Professor Merkel hat die Sorge aller ausgedrückt, die an Zivilisation und Rechtsstaatlichkeit glauben. Ein Angriff der USA auf den Irak ohne UN-Mandat ist ein Angriff gegen die Rechtsordnung der Welt. Wenn das Völkerrecht von den USA verletzt wird, wenn die UN als irrelevant beiseite gelassen werden, haben wir es mit einer Revolution zu tun, die uns ins rechtliche Chaos stürzen kann. Als Amerikaner, der 2000 Bush wählte, meine ich, dass Bush die Traditionen der Republikanischen Partei und die humanistischen Werte Amerikas, die schließlich zur Gründung der UN in 1945 führten, verraten hat.

Der Rechtsbruch durch einen Staat - sei es eine imperiale Macht - stellt ein internationales Verbrechen dar, das von der Weltgemeinschaft und eventuell vom Internationalen Strafgerichtshof verurteilt werden muss.

Dr. Alfred de Zayas, Genf

Sie schreiben: "Nichts ist erkennbar, was den Irak derzeit zur Bedrohung irgendeines anderen Landes machen könnte." Auf dieser apodiktischen Behauptung aufbauend, wird die US-Regierung in einer Weise diffamiert, wie sie der arroganten Intelligenz jener Alten Welt entspricht, die bei allen Auseinandersetzungen der letzten Jahre - Völkermord auf dem Balkan - versagt hat, bis, spät, teilweise viel zu spät, die US-Regierung unter Bruch des Völkerrechts eingriff und wieder zivile Verhältnisse herstellte. Wäre sie nicht gewesen, Milosevic würde noch heute die Alte Welt terrorisieren.

Hätte Bush junior nicht mit seinem Sendungsbewusstsein die Pest der Taliban vertrieben, sie trieben noch heute ihr Unwesen. Das allein verdient Respekt.

Ist es ausreichend, Völkerrecht aus dem Gewaltverbot zu deduzieren und den, der in dieses Prokrustesbett nicht passt, geistig medioker zu nennen? Gibt es nicht doch eine Moral der Macht, die Verpflichtungen nach sich zieht, gegen die die Mächtigen in Ruanda, Mosambik und Angola gröblich verstoßen haben?

Und nimmt nicht gerade Frankreich diese noble Verpflichtung an der Elfenbeinküste wahr, ohne dass irgendjemand nach seinem Mandat fragt?