Irak-Krieg Schmiermittel der NachkriegsordnungSeite 2/2

Die Macht dieses Arguments scheint in Washington Wirkung zu zeigen. Es dürfte kein Zufall sein, dass Iraks südliche Ölfelder am Wochenende zunächst von britischen, nicht von amerikanischen Truppen besetzt wurden. Gleich darauf hat der britische Premierminister Tony Blair gefordert, Iraks Öleinnahmen unter Aufsicht der UN in einen Treuhandfonds einzuzahlen. So weit ist George Bush bisher nicht gegangen. Allerdings hat auch er vergangene Woche eine „Rolle für die UN“ im Irak vorgeschlagen.

Genau das jedoch lehnt Frankreichs Präsident Jacques Chirac, bisher noch ohne Sekundanz durch die Deutschen, neuerdings ab. Ein UN-Mandat sei die nachträgliche Legitimierung des Angriffs. Doch Franzosen und Deutsche müssen sich entscheiden: Wollen sie den befreiten Irakis, ja dem gesamten Nahen Osten und den transatlantischen Beziehungen aufhelfen? Oder möchten sie im Streit mit dem amerikanischen Präsidenten nachträglich Recht behalten und die Vereinigten Staaten vollends in jenen Unilateralismus treiben, um diesen hinterher lauthals beklagen zu können?

 
Service