LEBEN-SPEZIAL Fünfzig Jahre Zweisamkeit
Als Edith und Rudolph Hoppe im Jahre 1948 heirateten, war Konrad Adenauer noch nicht Kanzler, Fritz Walter noch nicht Weltmeister und der Mond noch unerreichbar. Heute sieht die Welt ganz anders aus – die beiden aber sind immer noch ein Paar. Ein guter Anlass, mal zu fragen, wie die Zeit vergeht
Ein Mietshaus im Berliner Stadtteil Neukölln. Zwei ganz normale Menschen hatten wir gesucht, möglichst alt, möglichst lange verheiratet. In einer Altenbegegnungsstätte fanden wir schließlich diese beiden: Edith und Rudolph Hoppe, 80 und 82 Jahre alt. Sie unterhielt sich dort mit ihren Freundinnen, er spielte Schach.
Das Paar wohnt ganz in der Nähe, im zweiten Stock. Sie sucht jetzt eine passende Vase für die Blumen, die natürlich »nicht nötig gewesen« wären. Er zieht das rechte Bein nach, als er ins Wohnzimmer geht. Wenig später sitzt er im Sessel am Fenster, sie auf dem Sofa.
Frau Hoppe, Herr Hoppe, Sie tragen ja gar keine Armbanduhren.
Er: Die Zeit ist für uns nicht mehr wichtig. Ich trage nur noch eine Uhr, wenn ich sie brauche. Also wenn ich weggehe. Ich muss ja darauf achten, dass wir pünktlich zum Arzt kommen.
Daheim ist die Zeit unwichtig geworden?
Sie: Ja. Und ich muss ja auch abwaschen, viel mit Wasser, da stört mich eine Uhr doch nur.
- Datum 03.04.2003 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 03.04.2003 Nr.15
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