Wasser ist in Uganda ein ungeheuer wichtiges Thema. In den reicheren Vierteln der Hauptstadt Kampala hat das Trinkwasser zwar eine gute Qualität, und auch die Versorgung funktioniert. Aber in den ärmeren Stadtrandgebieten und in den Dörfern hat ungefähr die Hälfte aller Haushalte keinen Anschluss an die öffentlichen Leitungsnetze. Das Versorgungsunternehmen für die Städte ist die National Water and Sewage Corporation, ein staatlicher Betrieb. In den kommenden Jahren sollen Teile des Konzerns privatisiert werden. Diesen Prozess unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ).

Seit ich vor drei Monaten für die GTZ nach Kampala kam, beschäftige ich mich vor allem mit den elektronischen Informationssystemen des Unternehmens. Ich unterstütze die einheimischen Kollegen dabei, die interne EDV zu verbessern, beispielsweise durch die Einrichtung von speziellen Datenbanken. Eine Fülle von Informationen muss so aufbereitet werden, dass potenzielle Investoren den Wert des Unternehmens erkennen. Dazu gehört unter anderem die Zahl der verlegten Anschlüsse, die Effizienz des Abrechnungswesens oder auch die Höhe des Verbrauchs.

Kurz nach dem Diplom als Wirtschaftsingenieurin kamen schon die ersten Auslandsaufenthalte in Afrika. Als Projektmanagerin der Kreditanstalt für Wiederaufbau habe ich Wasserprojekte in Mali und im Senegal betreut. Danach wollte ich mich gern einem einzelnen Projekt intensiv widmen. Daher ging ich für die GTZ nach Uganda. Hier werde ich voraussichtlich eineinhalb Jahre bleiben. Kampala gefällt mir. Überall in der Stadt wachsen Palmen und Bananenstauden, und in den Außenbezirken kann man durch tropische Regenwälder spazieren.

Als das Projekt anfing, hatte ich manchmal den Eindruck, dass unter den Führungskräften der Corporation eine gewisse Beratungsmüdigkeit vorhanden ist. Es hängt vermutlich damit zusammen, dass sie immer wieder mit europäischen Experten zu tun haben, die eine Weile bleiben, viele gute Ratschläge geben und irgendwann den Platz frei machen für neue Abgesandte von Hilfsorganisationen.

Zweifellos gibt es große Mentalitätsunterschiede zwischen Afrikanern und Europäern, doch wenn man bereit ist, die Unterschiede im Denken zu akzeptieren, dann funktioniert die Zusammenarbeit ausgezeichnet.