Krieg im Irak Hat Bush Recht?Seite 4/4

Und doch, das fragile Völkerrecht ist das einzige gemeinsame Band, das nach der amerikanischen Eskalation übrig bleibt. Diesmal wenigstens stehen die Vereinten Nationen nicht im Verdacht, sie seien ein Trojanisches Pferd zur Durchsetzung machtpolitischer Interessen, und sogar kleine Staaten haben dem massiven Druck der USA widerstanden. Das Völkerrecht wurde nicht gebeugt, es wurde gebrochen. Das ist die Basis, um es auszubauen und die Vereinten Nationen zu erweitern. Durch eine Reform des Vetorechts, eine Abrüstungsbehörde und einen Konvent der Weltbürger. In der Zwischenzeit mag man sich der Frage widmen, ob die Staatengemeinschaft gut beraten ist, auf terroristische Netzwerke mit der linearen Logik des Krieges zu antworten – und nicht mit eigenen Netzwerken.

Ist das wirklichkeitsfremd? Natürlich. Gleichwohl liegt es im Interesse der USA, mit anderen Staaten Interessen zu teilen, denn eine Macht, die sich nicht an Regeln bindet, geht an sich selbst zugrunde. Zu ihrem Selbstinteresse gehört auch die Frage, welche Eigenschaften der westlichen Moderne es sind, die die Gewaltpotenziale der „Traditionsgesellschaften“ in Hass und Terror umschlagen lassen. Hier sind der Prävention keine Grenzen gesetzt.

 
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