Die Militäraktion im Irak ist noch nicht ganz vorbei, da beginnt Tony Blair schon den nächsten Vorstoß. Fast wäre es in Vergessenheit geraten, aber des Premierministers liebstes Kind ist nach wie vor der Euro. Blairs alter Vertrauter und ehemaliger Kabinettskollege Peter Mandelson verkündete nun, des Premiers "Instinkt würde ihn zu einem Volksentscheid vor den nächsten Wahlen im Jahr 2005/6 leiten". Tony Blairs potenter Gegner in der Euro-Frage, sein eigener Schatzkanzler Gordon Brown, will nun aber, kurz nach Ostern und sechs Wochen früher als geplant, vor das Unterhaus treten und jene fünf wirtschaftlichen Kriterien analysieren, die erfüllt sein müssen, um einen Volksentscheid herbeizuführen. Schon jetzt weiß jeder, was dabei rauskommen wird: Ein klares "Ja, aber noch nicht". Der Euro-Skeptiker Brown will bis nach den Wahlen warten und zwingt Premier Blair in die Offensive. Ob diese allerdings genauso erfolgreich ist wie die gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein, muss bezweifelt werden. Stolze 68 Prozent der Briten sind derzeit gegen einen Beitritt zur Euro-Zone.