Ein ausgesprochen schlechtes Händchen hat die Bayerische Landesstiftung bewiesen bei der Verwaltung ihres Vermögens. Das ist innerhalb von nur drei Jahren von stolzen 1,5 Milliarden Euro auf nur noch 240 Millionen Euro zusammengeschnurrt. Entgegen allen Regeln haben die Münchner Stiftungsverantwortlichen nahezu ihr gesamtes Geld in die Aktien eines einzigen Unternehmens gesteckt: die der bayerischenHypoVereinsbank.

Schon 1996 hatte der Oberste Bayerische Rechnungshof angesichts der hoch riskanten Anlagestrategie der Stiftung Alarm geschlagen und eine Umschichtung des Vermögens in sichere und ertragreiche Papiere angemahnt. Und im Juli 2000 hatte auch der bayerische SPD-Landtagsabgeordnete Werner Schieder "in seiner Eigenschaft als Mitglied des Stiftungsrates" an Ministerpräsident Edmund Stoiber appelliert, die Anlagestrategie zu ändern. Stoiber ist Vorsitzender des Stiftungsrates. Schieders Antrag: "in Zusammenarbeit mit dem Finanzministerium" das Stiftungsvermögen in festverzinsliche Wertpapiere zu investieren. Doch nur ein kleiner Teil der Aktien wurde tatsächlich verkauft.

Die Folge: Die Stiftung muss nicht nur die Kursverluste verkraften, sondern hat in diesem Jahr auch keinerlei Einnahmen aus ihren HypoVereinsbank-Aktien.

Denn die Münchner Bank steckt inzwischen so tief in den roten Zahlen, dass sie für 2002 die Dividende gestrichen hat.