Watergate-Papiere.

Bob Woodward und Carl Bernstein sind erfolgreiche Journalisten, auch 30 Jahre nach ihrer berühmten Recherche, die 1974 Präsident Nixon zum Rücktritt zwang. Die Universität von Austin/Texas hat jetzt ihre Unterlagen - mehr als 250 Notizbücher, Fotos, Zeitungsausschnitte, Manuskripte und Kassetten für 5 Millionen Dollar erworben. Ein so hoher Preis für politische Schriften ist ungewöhnlich. Thomas Stanley, der Direktor des Harry Ransom Humanities Research Center, dessen Institut die Papiere archivieren wird, rechtfertigte die hohe Summe: Diese Dokumente hätten "einen historischen Wert" und würden sowohl Studenten als auch Journalisten zur Verfügung stehen.

Das Archiv wird ab dem kommenden Jahr zugänglich sein. Nur eines wird auch dann geheim bleiben: "Deep Throat". Wer die Hauptquelle der beiden Journalisten war, das wird man auch dann nicht erfahren. Die Identität von "Deep Throat" wird erst nach dessen Tod bekannt gegeben, wie sich Woodward und Bernstein verpflichtet haben.

Spuren im Sand.

Selbst ein erfahrener Geheimdienstler spricht von einer "zutiefst rätselhaften Sache": 31 Touristen sind in der algerischen Sahara verschwunden, darunter 15 Deutsche. Offiziell heißt es, man gehe allen Spuren nach. Intern aber sprechen alle mit dem Fall befassten Behörden von einer Entführung. Nur wer sind die Täter? Räuber oder Terroristen? Warum stellen sie keine Forderungen? Warum halsen sie sich fast drei Dutzend Geiseln auf, die bei sengender Hitze täglich Hunderte Liter Wasser brauchen? Warum kommen die meisten Entführten aus deutschsprachigen Ländern? Die Regierung in Algier vermutet die islamistische Terrorgruppe GSPC als Täter. Vor einem Monat wurden in Frankfurt vier Männer mit Verbindungen zur GSPC zu langen Haftstrafen verurteilt, weil sie einen Anschlag in Straßburg planten. Sollen sie vielleicht freigepresst werden? Jedenfalls wurden etwa zur selben Zeit die ersten Touristen vermisst gemeldet. Dem Vernehmen nach sind die algerischen Behörden offener und kooperativer als vor einem Jahr die Tunesier nach dem Attentat von Djerba. Am Sonnabend wurde bekannt, dass es zumindest ein Lebenszeichen der Verschwundenen gibt. Das Interview im Reisen-Teil dieser Ausgabe der ZEIT mit Uwe George (Seite 67) war zu diesem Zeitpunkt bereits gedruckt.