Gefragt

Das Geschäft mit der Bildung

David Schmutzler, 27, finanziert Studenten

DIE ZEIT: Ihr Unternehmen Career Concept legt im Wintersemester einen Bildungsfonds für Studenten der TU München auf. Wozu?

Schmutzler: Eine Hochschulausbildung darf nicht an mangelndem Geld scheitern. Mit dem ersten Bildungsfonds an einer staatlichen Universität ermöglichen wir qualifizierten Studenten ein hochwertiges Studium in München. Sie können über den Fonds etwa ihre Wohnung finanzieren und müssen nicht nebenher arbeiten. Später können Bildungsfonds auch eine sozialverträgliche Antwort auf Studiengebühren sein.

ZEIT: Wie soll der Fonds funktionieren?

Schmutzler: Investoren – das sind Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen – zahlen Geld ein, das dann an die Studenten fließt. Nach dem Studium zahlen sie das Geld zurück. Die Qualifikation der Studenten reicht uns als Sicherheit aus.

ZEIT: Wieso ist das Modell sozialverträglich?

Schmutzler: Die Studenten haben am Ende ihres Studiums keinen fixen Schuldenberg. Sie zahlen lediglich einen Teil ihres Einkommens zurück, etwa fünf Prozent über sieben Jahre oder neun Prozent über vier Jahre – das hängt von den persönlichen Wünschen und dem Studiengang ab.

ZEIT: Warum soll ein Unternehmen in den Fonds investieren? Anderswo gibt es sicher eine höhere Rendite als bei Ihnen.

Schmutzler: Die Finanzrendite steht nicht im Vordergrund. Die Investoren profitieren von einer hohen Imagerendite und haben direkten Kontakt zu qualifizierten Studenten – als Kunden oder als spätere Mitarbeiter.

ZEIT: Das hört sich nach einem elitären Kreis von Studenten an.

Schmutzler: Um das Projekt bekannt zu machen, konzentrieren wir uns zunächst auf 500 besonders gute Studenten. Mittelfristig wollen wir unser Modell auf weitere Hochschulen und Studiengänge übertragen.

ZEIT: Nehmen wir an, eines Tages werden Studiengebühren in Deutschland eingeführt. Da wird Ihr Geschäftsmodell doch sicher kopiert von Banken mit mehr Geld und Know-how.

Schmutzler: Banken werden sicher nachziehen. Wir sind jedoch flexibler, innovativer und viel näher dran an Studenten und Hochschulen.

ZEIT: Aber Career Concept ist doch keine Studenteninitiative.

Schmutzler: Es ist eine Aktiengesellschaft, die von Absolventen der European Business School gegründet wurde. Daher kennen wir die Bedürfnisse der Studenten sehr gut. mjh

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