die zeit: Sie haben eine Stelle als Landschaftsarchitektin gesucht, indem Sie einfach unangemeldet in die Büros marschiert sind, die Sie interessierten. Da fliegt man doch achtkantig raus?

Ute Aufmkolk: Im Gegenteil: Die meisten freuen sich. Und es entsteht gleich ein ganz anderer Eindruck als bei einer anonymen Papierbewerbung. Man bleibt viel besser im Gedächtnis. Als Absolvent muss man sich ja auf irgendeine Weise von tausend anderen unterscheiden.

zeit: Also sind Sie einfach hineinspaziert.

Aufmkolk: Ich bin nicht gerade völlig schüchtern, aber normalerweise hätte ich so etwas schon als dreist abgetan. Doch die Idee stammt aus einer Stellensuch-Methode, die Life-Work Planning heißt. Daher wusste ich, dass man in 90 Prozent aller Fälle tatsächlich zu einem interessanten Gespräch kommt.

zeit: Wie sind Sie denn an die richtige Person geraten?

Aufmkolk: In meiner Branche sind die Büros alle sehr klein. Deswegen habe ich immer versucht, direkt zum Chef zu gehen. Meistens musste ich zunächst einen Mitarbeiter oder eine Sekretärin überwinden.

zeit: Und denen sagten Sie: "Guten Tag, ich möchte zu Ihrem Chef, weil ich einen Job suche."?