Wenn innerhalb von zwei Wochen drei Linienbusse entführt werden, gerät man ins Grübeln, ob man in Zukunft nicht doch lieber die Straßenbahn nehmen sollte. Ist sie für einen geltungssüchtigen Hijacker doch äußerst unattraktiv. Mit einer gekaperten Tram ist es unmöglich, die Polizei durch stundenlanges innerstädtisches Kreuz- und Querfahren auf Trab zu halten, wie in Berlin geschehen, und auch eine rasante Autobahnfahrt von Bremen nach Hildesheim, wie sie vergangene Woche von einem 17-jährigen Möchtegern-Islamisten erzwungen wurde, ist mit dem sperrigen Gefährt ausgeschlossen.

Die Straßenbahn kann nun mal bloß stur auf den Schienen dahinzuckeln, die für sie gelegt wurden. Und am Ende aller ihrer Wege, hat man ihr nicht schon vorher den Strom abgedreht, liegt, als traurige Sackgasse für alle Träume von der großen Publicity, das muffige Depot. Schon ahnt man, dass Gegner großstädtischer Motorisierung durch die jüngste Vorliebe verirrter Geister für das Kapern von Bussen Auftrieb erhalten und die Gelegenheit zu einer schienenverkehrsfreundlichen Aufrüstungsoffensive nutzen werden. Trügerisches Sicherheitsdenken - binnen kurzem werden sich findige Wirrköpfe dann eben an Vergnügungsdampfern auf dem Wannsee oder an Fahrradrikschas in Berlin, Unter den Linden, schadlos halten.