Die meisten Unternehmen bestehen drauf: Hunde müssen draußen bleiben. Doch leider gibt es eine Hunderasse, die man in keiner Firma verbieten kann. Die Rede ist von den inneren Schweinehunden. Jeder Mitarbeiter hält sich solch ein Exemplar, und das bekommen die anderen zu spüren: Teammitglieder drücken sich vor ihren Aufgaben oder boykottieren die Zusammenarbeit ganz, Projekte werden zerredet, neue Strategien nicht umgesetzt. Verbieten kann man die Köter leider nicht, aber man kann sie in Schach halten. Die kleinen Saboteure von Marco von Münchhausen und Hermann Scherer verspricht bereits im Untertitel Abhilfe: So managen Sie die inneren Schweinehunde im Unternehmen. In ihrer Dressur-Anleitung beschreiben die Autoren zunächst die Tummelplätze und Taktiken der inneren Schweinehunde. Wie sie wild zu kläffen beginnen, wenn Änderung oder Anstrengung droht. Oder wie sie ihre Herrchen dazu bringen, Ideen von vornherein für unrealistisch zu erklären.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Führungskräfte. Es spricht sowohl Schwierigkeiten im gesamten Unternehmen als auch bei Einzelprojekten und mit einzelnen Mitarbeitern an. Die Leser erfahren, mit welchen Tricks die inneren Schweinehunde jeweils ruhig gestellt oder gar in nützliche Hilfskräfte verwandelt werden können. Zum Beispiel mit Lob. Das ist in Beurteilungsgesprächen in der Regel sowieso fällig. Es lässt sich aber auch gut instrumentalisieren. Statt im Vagen zu bleiben, lobt man die Kollegin, die meist überzieht, ausdrücklich dafür, dass sie ihre Unterlagen einmal pünktlich abgegeben hat, und den schüchternen Mitarbeiter preist man ob seiner jüngsten Wortmeldung.

Im vergangenen Jahr haben die Autoren bereits ein Werk mit dem Titel So zähmen Sie Ihren inneren Schweinehund auf den Markt gebracht. Der Verdacht liegt also nahe, dass sie ihre Tipps einfach noch einmal anders verpacken. Solche Tendenzen gibt es zwar, das Buch bietet aber auch viele neue Gedanken. Managern, die sich nicht von der etwas ermüdenden Schweinehunde-Metapher abschrecken lassen, kann der Ratgeber tatsächlich zu leistungsfähigeren Teams und motivierteren Mitarbeitern verhelfen. miel