Was unterscheidet uns eigentlich von den kleinen Kröten, feuchtnasigen Maulwürfen und süßen Kätzchen, die in diesem Film verschluckt, zerquetscht oder erschlagen werden? Das Leben als Kreislauf, der so oder so unter den Seerosen des Dorftümpels oder unter der Erde endet. György Páflis Hukkle ist eine wortlose Kinoparabel über die Grausamkeit des Kreatürlichen, veranschaulicht aus tierischer Perspektive. Aus der Sicht der Ameise haftet dem losen Bein einer Parkbank die Bedrohlichkeit eines Fallbeils an. Ein alter Mann mit Schluckauf hat auf dem ausgedienten Sitzmöbel Platz genommen, mit jedem neuen Hicksen bohrt sich das Bein tiefer in die sorgfältig angelegten Ameisenstraßen. Doch nicht nur der Tierwelt des kleinen ungarischen Dorfes geht es an den Kragen, auffallend viele Särge mit männlichen Bewohnern werden durch die Straßen getragen. Eben noch schlurfte der Bauer hinter seinem Eber her. Jetzt stolziert das Vieh allein herum, während sich die Kamera ans baumelnde Gemächt hängt, als wolle sie uns sagen, dass in dieser ländlichen Idylle irgendetwas aus dem Takt geraten ist. Indes wird der Schluckauf des alten Bauern zum Kommentar des Lebens, in aller Regelmäßigkeit erzählt er von den kleinen Unstimmigkeiten, die sich hinter den frühsommerlichen Maiglöckchengefühlen dieses durchtrieben schönen Films verbergen.