In Peking, der Hauptstadt ohne Börse, beschränkt sich der SARS-Preiseffekt bislang auf die Gemüsemärkte: Zu Wochenbeginn stiegen die Apfelpreise von drei auf sechs Yuan pro Kilo, andere Obstsorten zogen nach. Ganz anders wirkt sich SARS auf die Aktienmärkte der Region aus: In Taiwan und Südkorea verloren die Börsen knapp zehn Prozent. Singapur gab vier Prozent nach. In Hongkong erholte sich der Hang Sang zum Beginn dieser Woche zwar ein wenig – dümpelte aber immer noch in der Nähe eines Fünfjahrestiefs. Ebenso die Börse in Tokyo: Sie erreichte vergangene Woche ihren tiefsten Stand seit 20 Jahren, was jedoch mehr an den schlechten Prognosen von Sony als an SARS lag. In Japan gibt es bislang keine bestätigten SARS-Fälle. An den chinesischen Inlandsbörsen in Shanghai und Shenzhen hat SARS dagegen voll durchgeschlagen. Betroffen sind vor allem Fluggesellschaften, Reiseunternehmen und die Tourismusbetriebe. Gefährdet erscheint außerdem die unterfinanzierte Immobilienbranche, die im vergangenen Jahr 23 Prozent zum Gesamtwachstum der chinesischen Volkswirtschaft beitrug, der aber nun in den SARS-Krisenregionen zahlreiche Bankrotte drohen. Gegen den Trend steigen die Werte der Pharmaindustrie, die sich durch SARS höhere Umsätze bei Medikamenten erhofft. In China spricht man deshalb vom "untypischen Aktiensturz" – weil SARS auf Chinesisch "untypische Lungenkrankheit" genannt wird. Georg Blume © ZEIT-Grafik