Seit mehr als dreißig Jahren kooperieren Bund und Länder bei der Bildung. Unter anderem finanzieren sie gemeinsam den Hochschulbau und die außeruniversitäre Forschung (siehe Grafik). Fast genauso lange wird die Zusammenarbeit kritisiert. Sie sei schwerfällig und ineffizient, verwische die Verantwortlichkeiten und verwässere den Föderalismus. Mehrfach haben die Ministerpräsidenten der Länder angedroht, die "Gemeinschaftsaufgabe Bildungsplanung" aufzukündigen. Stattdessen solle der Bund das bisher gezahlte Geld nach einem Schlüssel direkt an die Länder verteilen. Nun antwortet Bundesbildungsministerin Bulmahn mit einem Gegenvorschlag: Die Länder sollen den Hochschulbau allein finanzieren, und der Bund übernimmt dafür vollständig die Kosten der Grundlagen- und Großforschung, die bisher geteilt wurden.

Welche Folgen hätte diese grundlegende Veränderung der Forschungsförderung in Deutschland? Karl Max Einhäupl, Professor für Neurologie an der Berliner Charité und Vorsitzender des Wissenschaftsrates, befürchtet Schlimmes