Seine Mutter war leidend, neigte zur Hysterie und war hemmungslos in der Liebe wie im Hass. Sie malte und stickte, von allen bewundert, doch sie überließ sich häufig Stimmungen und Ausbrüchen. Als er zwölf war, starb sie.

Nach ihrem Tod änderte sich die Rolle, die der Vater in dem Leben der vier Kinder spielte. Nachdem er zuvor die übertriebene Fürsorge der Mutter belächelt hatte, war er nun noch ängstlicher als sie. Er überwachte jeden Schritt der beiden Kinder, die noch im Hause waren. Trotzdem sollte der Sohn später schreiben: Meine frühe Kindheit war ungewöhnlich harmonisch, und vielleicht konnte ich deshalb in meinem ganzen Leben, trotz aller Nebenkräfte der Natur, einen Kern von Ruhe und Glück bewahren.

Als er fünfzehn war, begann die Großmutter, sich um ihn zu kümmern. Sie teilte seine Liebe zur Literatur, Malerei und Musik und ging mit ihm in Theater und Konzerte. Sie las mit ihm deutsche Literatur und begeisterte sich für seinen Traum, Dichter zu werden. Da ihr Mann deutsch-jüdischer Herkunft war und ihr Vater aus dem Rheinland stammte, hatte sie Mitleid mit den Deutschen, die nach dem Krieg Hunger leiden mussten.

Als der Vater starb, war er siebzehn. Jetzt wurde die Großmutter zum Vormund der Kinder. Diese lebten aber in der Obhut zweier Schwestern, die schon immer im Haushalt der Familie gearbeitet hatten und die nun ihrerseits streng darauf achteten, dass sich die Kinder tadellos benahmen.

Als er auf die Universität kam, hatte diese Erziehung schon ihre Spuren hinterlassen: In Oxford sah ich bald, dass ich ein >Neuer< unter den Internatsschülern war, der nicht zu den anderen passte und von ihnen als ziemlich verrückt gehalten wurde. Er rächte sich, indem er sich bewusst auffällig kleidete, sich zu einem Genie, einem Pazifisten und Sozialisten erklärte. Als der Tag herankam, an dem sein Zimmer zerstört werden sollte - weil es so Sitte war - saß er auf seinem Sofa und las den Störenfrieden ungerührt Gedichte vor. Daraufhin traten sie verlegen den Rückzug an.

Nach dieser Szene änderte sich das Verhalten der anderen, und er wurde geduldet. Er schloss sich besonders den Literaten an und suchte Freunde.

Nachdem er seine ersten Gedichte geschrieben hatte, wurde er auch von den Großen beachtet. Er seinerseits beobachtete seine Freunde sehr genau und erkannte ihre jeweiligen Eigenschaften und Motivationen, und sie waren später erstaunt, wie er sich von ihrer Bevormundung löste und seine eigenen Wege ging. Auch in den Londoner Salons lernte er viele Schriftsteller kennen.