Die Unterhaltungssoftware SelbstKontrolle (USK) prüft seit 1994 neue Computerspiele und erteilt Altersfreigaben. Bisher waren das Empfehlungen, doch seit am 1. April in Deutschland ein neues Jugendschutzgesetz in Kraft getreten ist, sind diese Bestimmungen für den Handel bindend: Computerspiele dürfen demnach nur noch gegen Vorlage eines Altersnachweises verkauft werden. Damit kommt diesem freiwilligen Zusammenschluss plötzlich eine zentrale Bedeutung zu.

Die USK wird nur auf Antrag der Spielehersteller tätig und finanziert sich durch die Prüfbeiträge der Antragsteller. Träger ist der Förderverein für Jugend und Sozialarbeit e.V. (fjs), in dessen Geschäftsstelle in Berlin vier Mitarbeiter beschäftigt sind. Bisher haben bei ihnen 195 Antragsteller aus sechs Ländern über 4000 Computerspiele eingereicht, die von 27 Gutachtern und sieben Sichtern geprüft wurden.

Die Gutachter sind unabhängig und arbeiten ehrenamtlich. Sie dürfen nicht im Bereich der Hard- und Softwareindustrie tätig sein. Meist sind es Pädagogen und Jugendsozialarbeiter, seit dem 1. April sitzt auch ein Vertreter der deutschen Bundesländer in dem Gremium, der über ein Vetorecht verfügt.

Wöchentlich treffen bis zu 15 neue Titel bei der USK ein. Zur Prüfung treten jeweils drei Gutachter zu einem Gremium zusammen, begutachten die vorgelegten Produkte in puncto Jugendschutz und Strafrecht und ordnen die Titel einer Altersgruppe zu. Der Antragsteller wird über das Ergebnis der Begutachtung informiert. Er kann gegen die Gremienentscheidung Widerspruch einlegen und eine erneute Prüfung verlangen.

Die USK unterhält ein Archiv mit allen eingegangenen Spielen, das inzwischen eine der weltweit umfangreichste Sammlungen von Computergames beherbergt und auf Anfrage für Forschungszwecke zur Verfügung steht.

Tilman Baumgärtel