die zeit: Die Experimente von Hans Schöler sorgen für Aufregung. Schon gibt es unter Forschern, Ethikern, Politikern und Juristen widerstreitende Interpretationen. Was bedeuten die neuen Ergebnisse für Sie?

Maria Böhmer: Das ist eine atemberaubende Entwicklung. Als ich im Dezember zum ersten Mal mit Hans Schöler sprach, zeichnete sich bereits ab, dass wir mit seinen Arbeiten in eine neue Dimension der Forschung, aber auch der ethischen und juristischen Fragestellungen eintreten würden.

zeit: Sie haben Hans Schöler in den wissenschaftlichen Beirat der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag berufen. In Kenntnis dieser Experimente?

Böhmer: Wir wollen nicht nur reagieren, sondern auch ein deutliches Stück vordenken. Ich wollte in den USA daher mit denjenigen in Kontakt kommen, die an der Spitze der Forschung stehen – Hans Schöler gehört dazu. Er will einen Weg beschreiten, der manches ethische Dilemma von heute aufheben kann. So könnte man in Zukunft vielleicht aus jeder beliebigen Zelle eine Stammzelle schaffen, ohne klonen zu müssen. Das heißt, wir brauchten keine Embryonen zu verbrauchen…

zeit: ?was das deutsche Gesetz verbietet.

Böhmer: Richtig, doch Vorsicht: Noch bewegen wir uns - bei aller Begeisterung - im Bereich der Grundlagenforschung.

zeit: Noch arbeitet Hans Schöler mit Mäusezellen. Dürfte er in Deutschland das gleiche Experiment mit menschlichen Zellen machen?