Zukunft ist anderswoSeite 3/3

Das amerikanische Magazin Discover platzierte Schölers Artikel über das Antiklonprotein unter die 100 „Top Science Stories“ der Naturwissenschaften des Jahres 2002. Dennoch nahm kein Professor der University of Pennsylvania an dem schnellen Aufstieg des ausländischen Kollegen Anstoß. „Innerhalb der Universität gibt es hier keinen Neid“, sagt Schöler. Der ganze Ehrgeiz richtet sich auf die Konkurrenz mit den anderen Spitzenuniversitäten. In diesem Wettbewerb will man die Nummer eins werden: bei den Drittmitteln, den Publikationen, den besten Studenten. Wer dazu beiträgt, ist willkommen. In Deutschland dagegen habe er das Gefühl, sagt Schöler, dass man gute Leute mitunter nicht haben will, „weil sie den anderen die Show stehlen“.

In der Heimat begann man sich für ihn erst wieder zu interessieren, als er in den USA Karriere machte. Heute hält er mehr Vorträge in Deutschland als je zuvor, ist als Gutachter gefragt und berät die CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Sachen Gentechnologie. Und konkrete Anfragen, ob er sich nicht nach Deutschland zurückorientieren wolle, liegen auch vor. Reizen sie ihn? Schöler gerät ins Grübeln.

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Die üppigen Forschungsgelder, das professionelle Management der Uni-Verwaltung, der lockere Umgang im Labor – all das spricht fürs Bleiben in den USA. Gerade hat er erfahren, dass ein junger hoch begabter Kollege, für den er sich in Deutschland eingesetzt hatte, einen Ruf nach Pittsburgh angenommen hat, weil er in Deutschland keine Perspektive mehr sah. „Das war ein Déjà-vu-Erlebnis“, so Schöler.

Andererseits hat seine Familie, besonders seine Frau, „Sehnsucht nach daheim“. Und vielleicht, hofft er, lässt sich ja auch in Deutschland einiges verändern.

 
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