die zeit: Sie haben Ihre Dissertation in Amerikanistik über die Kultserie Star Trek geschrieben – sind Sie selbst ein Trekkie?

Katja Kanzler: Ich würde sagen, ein Trekkie ist jemand, der in einer Fangemeinde aktiv ist. Das bin ich nicht. Aber als Star Trek- Fan würde ich mich schon bezeichnen.

zeit: Was wollten Sie herausfinden?

Kanzler: Mich interessierte das weit verbreitete Image von Star Trek als multikultureller Utopie. Ich wollte wissen, wie ein Produkt der Populärkultur multikulturelle Themen aufgreift und für sich nutzbar macht.

zeit: Und? Taugen Mister Spock und Lieutenant Uhura zu Ikonen einer multikulturellen Gesellschaft?

Kanzler: Zumindest gelten sie vielen Leuten als solche. Für viele, die aufgrund ihrer Hautfarbe oder ethnischer Identität benachteiligt sind, hat die Serie in ihrem Leben eine wichtige Rolle gespielt. Sie hat ihnen über die Identifikationsfiguren Kraft und Motivation gegeben. Wenn man genauer hinschaut, wird es aber problematisch.

zeit: Wieso?

Kanzler: Nehmen Sie zum Beispiel Lieutenant Uhura, jene schwarze Frau auf der Brücke der Enterprise. Ihre Präsenz auf dem Bildschirm hat einerseits vielen Afroamerikanern Mut gemacht. Wenn man sich aber anschaut, was sie in der Serie tut, ist das ganz schlimm. Sie ist eine futuristische Telefonistin, die fast immer denselben Satz sagt.