Da staunte man selbst bei der Münchner Polizei: Für 1,4 Millionen Euro soll der junge Mann angeblich ein Flugzeug, ein Grundstück und ein Luxusauto beim Online-Auktionshaus Ebay ersteigert haben. Doch er sei das nicht gewesen, beteuerte er. Womöglich seien Hacker im Spiel. Kaum hat der Münchner Fall die Öffentlichkeit aufgeschreckt, da gibt es schon einen nächsten: in Bielefeld. Dort soll ein 23-Jähriger gleich für 5,5 Millionen Euro unter anderem eine Krankenhausausstattung in den USA inklusive 200 Betten und eine Motorjacht gekauft haben.

Auch der junge Mann aus Bielefeld bestreitet, mit all dem etwas zu tun zu haben - und erstattete Anzeige. Er hat nach eigenen Angaben gar keinen eigenen Internet-Anschluss. Ab und an, so räumte er ein, nutze er zum Surfen den Computer im Jugendzentrum. Doch der war im maßgeblichen Zeitraum gar nicht in Betrieb. Nun gilt es, digitale Spuren zu sichern. Von wo aus wurde der Mega-Deal gedreht? Und von wem?

Die beiden Fälle sind zwar die bislang spektakulärsten. Allerdings landeten schon etliche vor Gericht. So auch ein Streit, in dem es um die elektronische Versteigerung einer goldenen Herrenarmbanduhr ging. Auch dabei war umsritten, ob das Gebot von einem unbefugten Dritten abgegeben wurde. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung beschäftigte dieser Fall sogar den Bundesgerichtshof, doch zu einem höchstrichterlichen Urteil kam es nicht. Die Revision wurde zurückgenommen - der Beklagte musste nicht zahlen. Die beiden jungen Männer aus Bielefeld und München können also hoffen, sollten auch sie vor dem Kadi enden.