Kommen nur Auszubildende, alleinstehende Teilzeitkräfte und Beschäftigte in Niedriglohnbranchen in den Genuss der Arbeitnehmer-Sparzulage? Fast scheint es so, denn die Grenze von 17900 Euro für Ledige und 35800 Euro für Verheiratete ist nicht gerade sehr hoch angesiedelt. Doch die tatsächliche Einkommensgrenze liegt deutlich darüber – denn als Kriterium gilt nicht das Bruttogehalt auf der Lohnabrechnung, sondern das zu versteuernde Einkommen.

So können Arbeitnehmer zunächst einmal alle Ausgaben, die im direkten Zusammenhang mit dem ausgeübten Beruf stehen, als Werbungskosten geltend machen. Auch wer keine berufsbezogenen Ausgaben nachweisen kann, darf zumindest den Pauschbetrag von 1044 Euro pro Jahr steuermindernd ansetzen. Dazu kommen die Abzugsmöglichkeiten im Rahmen der Sonderausgaben. Hierzu zählen beispielsweise Beiträge für Haftpflichtversicherungen, Kirchensteuer, Unterhaltszahlungen an Exehepartner, ein Teil der Kinderbetreuungskosten und Spenden für wohltätige Zwecke.

Damit nicht genug: Wer Nachwuchs hat, kann für jedes Kind auch noch den Kinderfreibetrag geltend machen. Dieser wird bei der Ermittlung des für die Arbeitnehmer-Sparzulage relevanten Einkommens auch dann berücksichtigt, wenn der Arbeitnehmer Kindergeld erhält. Für Alleinerziehende kommt in diesem Jahr zusätzlich ein Haushaltsfreibetrag in Höhe von immerhin 2340 Euro hinzu. Die Allianz Bausparkasse rechnet auf Basis dieser Möglichkeiten vor: Bei einer vierköpfigen Familie mit einem Arbeitnehmer gibt es bis zu einem jährlichen Bruttoeinkommen von 48208 Euro die Arbeitnehmer-Sparzulage.

Eine Sparzulage zu beantragen ist verhältnismäßig einfach. Zusammen mit dem Kontoauszug erhält der Sparer von der Bausparkasse oder der Investmentgesellschaft eine jährliche Bescheinigung über die Höhe der vermögenswirksamen Leistungen. Diese wird dann zusammen mit der Einkommensteuererklärung beim Finanzamt eingereicht, und im Hauptformular der Steuererklärung muss der "Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage" angekreuzt werden. Ob und in welcher Höhe ein Anspruch auf eine Sparzulage besteht, wird dann beim Finanzamt errechnet.

Thomas Hammer