In-flation, Dis-in-flation, De-flation, Re-flation, Stag-flation: Wären sie etwas jünger und nicht so gesetzt, unsere Währungshüter könnten zu ihren Schlüsselwörtern sogar rappen. Noch nie nach dem Zweiten Weltkrieg war die Lage der Weltwirtschaft unsicherer, die Bandbreite der wahrscheinlichen Szenarien größer als heute.

Der Crash am Aktienmarkt hat die Koordinaten der Weltwirtschaft verändert. Die Nachfrage schwächelt, die Preise rutschen, binnen einer Woche haben die beiden wichtigsten Notenbanken der Welt, die amerikanische Fed und die Europäische Zentralbank, Deflationsalarm gegeben: Sie warnen vor sinkenden Preisen. Bereits seit 1998 kämpft die Bank of Japan gegen den Preisverfall – vergeblich.

Wenn schon die Notenbanker unsicher werden, wie sollen dann die Anleger kühlen Kopf bewahren? Jene Investments, die in der Deflation die Gewinner sein werden – Staatsanleihen etwa –, sind in der Regel die größten Verlierer, wenn die Inflation wieder anzieht. Für fremdfinanzierte Immobilien gilt der Umkehrschluss.

Das Geld-Spezial der ZEIT zeigt die verschiedenen wirtschaftlichen Szenarien und analysiert die Chancen und Risiken an den Finanzmärkten. Ein kleines Geld-Lexikon erläutert die Schlüsselbegriffe – das ist der Notenbanker-Rap.

Die Fotos zeigen die Produktion von Euro-Scheinen und -Münzen. Sie symbolisieren unseren Rat an die Notenbanker: Lasst die Geldpresse schneller rotieren, druckt und stanzt, was das Zeug hält! Die Prognose: Nichts wirkt inflationärer als die Panik vor der Deflation. Robert von Heusinger