Nach dem Ölpreisschock in den siebziger Jahren lag die Inflation in den westlichen Industrieländern bei mehr als zehn Prozent. Es begann das Zeitalter der Disinflation. Darunter versteht man sich stetig verringernde Inflationsraten, wobei das Preisniveau zwar weiter steigt, aber eben langsamer als zuvor. Disinflation ist schmerzhaft, da die Notenbank die Leitzinsen tendenziell zu hoch hält und dafür Wachstums- und Beschäftigungseinbußen in Kauf nimmt. Sie tut es aus gutem Grund: Irgendwo zwischen fünf und zehn Prozent zeigt Inflation ihr hässliches Gesicht. Sie verfälscht die Preissignale, den Rückkopplungsmechanismus schlechthin in einer Marktwirtschaft. An den Finanzmärkten löste die Disinflation eine Bonanza aus. Anleihen und Aktien haussierten parallel. Euphorie brach sich Bahn. Überkapazitäten in der Realwirtschaft und Blasen an den Finanzmärkten waren das Resultat. heu