So dumm könnte die Suche enden: Zunächst scheint die neue Wohnung sicher. Dann aber, wenig später, kommt wider Erwarten doch noch eine Absage. Der Vermieter war wegen einer nicht rechtzeitig gezahlten Telefonrechnung misstrauisch geworden.

Mit derlei Fällen ist zu rechnen, seitdem die Schufa nicht nur die Kreditwirtschaft mit ihren Informationen versorgt und den Handel sowie Telefonfirmen zu ihren Kunden zählt, sondern auch Wohnungsunternehmen. Ein "inakzeptabeles Ergebnis", kritisiert Joachim Jacob, der Bundesbeauftragte für den Datenschutz in seinem gerade veröffentlichten Tätigkeitsbericht.

Die der Schufa angeschlossenen Vermieter sind nicht nur gehalten, bei Vertragsabschluss die Mieterdaten zu melden, sondern auch über "nicht vertragsgemäßes Verhalten" zu berichten. Also beispielsweise über nicht gezahlte oder gekürzte Mieten. Zwar sollen nur "unbestrittene" Forderungen registriert werden. Aber was geschieht, wenn auch eine berechtigte Mietminderung in der zentralen Datei landet? "Wir prüfen", sagt Schufa-Sprecher Stefan Horst, "aber wir können nur Stichproben machen."

Als "schwierig bis bedenklich" stuft Jacob diese Umstände der neuen Mieterdatei ein. Von einigen Aufsichtsbehörden in den Ländern habe die Schufa hingegen grünes Licht erhalten. Wegen des "Missbrauchs bei den Eigenauskünften", so Horst. Die über sich selbst angeforderten Auskünfte würden meistens nicht - wie eigentlich vorgesehen - zur eigenen Information genutzt, sondern an künftige Schwiegerväter, Arbeitgeber oder eben Vermieter weitergereicht. Und dort stünden sehr viel mehr Informationen drin als beispielsweise in den direkten Auskünften an die Wohnungsfirmen. Also alles nur eine Hilfe zum Selbstschutz? Oder vielleicht doch eher Eigennutz? Die neue Warndatei im Wohnungswesen dürfte jedenfalls ein neues lukratives Geschäftsfeld erschließen. An den erteilten Eigenauskünften verdient die Schufa, nach eigener Auskunft, hingegen nichts.