haiti
Der Puppenmeister
In Haiti sind Zombies keine Gestalten aus Horrorfilmen. Die meisten Haitianer glauben fest an lebende Tote. Eine Spurensuche im Land des Voodoo
Menschenknochen liegen herum, zerrissene Leichentücher, ein verstaubter Sonntagsschuh. Grüfte sind aufgebrochen, Schädel unter Kreuzen arrangiert wie Grabverzierungen. Der Hauptfriedhof von Port-au-Prince gleicht einer Stadt aus Gräbern. »Der beste Ort, um die Spur der Zombies aufzunehmen«, flüstert Tektek, der drahtige, hoch gewachsene Haitianer. Ganz wohl ist ihm bei der Sache nicht. Zombies seien gefährlich, besonders für einen Weißen. Ob die lebenden Toten tatsächlich existierten? »Dumme Frage«, zischt Tektek. »Haiti ist Voodoo-Land. Jeder hier weiß, dass es Zombies gibt. So sicher wie Regen im Mai.«
In Haiti wird oft und gern über Zombies gesprochen, doch sobald ein Außenstehender genauer nachfragt, herrscht eisiges Schweigen. Zombies gehören zur dunklen Seite des Voodoo und flößen selbst Anhängern des afrokaribischen Kults, der Überreste der Sklavenreligionen mit der christlichen Heiligenverehrung der Kolonialherren vermischt, Angst ein. Tektek, der auf naive haitianische Kunst spezialisierte Maler, dessen Bilder schon in Amerika und England zu sehen waren, ist rituell mit der Liebesgöttin Erzuli Freda verheiratet und trägt ihren Ring, ein massives Schmuckstück mit rubinrotem Stein. Es hat Tage gedauert, bis Tektek sich zur Suche nach den Untoten überreden ließ.
»Die Griffe der Särge bringen viel Geld«, sagt Tektek leise, während er auf dem Friedhof in seinen blauen Badeschlappen über die verstreuten Kleider von Verstorbenen hüpft. »Die Diebe verkaufen sie wieder an die Bestattungsunternehmen.« Dazu müsste man die Särge wohl kaum aufbrechen. »Grabbeigaben und Zahngold«, gibt Tektek zögernd zu und wirft einen flüchtigen Blick auf Erzulis Ring. »Auch Leichenteile. Sie werden in der Schwarzen Magie verwendet.« Um Zombies zu machen? Tektek schweigt. Sein Ringfinger zittert, und der Rubin scheint kurz aufzuleuchten.
Das bunte Taptap quält sich durch die staubigen, drückend heißen Straßen
Ein paar Gräberstraßen weiter flackern schwarze Kerzen an einem massiven Steinkreuz. Es verkörpert Baron Samedi, den Totengott. Feuer brennen, beißender Rauch steigt auf. Ein kopfloses Huhn zuckt am Boden. Sein Blut klebt am Kreuz. Der süßliche Duft des Todes hängt in der Luft. Ein Bokor, ein Schwarzmagier, nimmt eine Stoffpuppe zur Hand. Sie hat kein Gesicht, doch zwischen den Beinen sind Penis und Schamhaar angenäht. Der Bokor umwickelt die Puppe mit Schnüren und Drähten und vergräbt sie vor dem Kreuz. Sein Auftraggeber, ein betont aufrecht gehender Mann in blau-weiß gestreiftem Hemd, tritt mit dem linken Fuß die Erde fest. »Wenn der Bokor eine Puppe von dir macht und sie vergräbt, vergräbt er dich«, flüstert Tektek. »Du bist so gut wie tot.«
Mord also, Mord auf Distanz, mit spirituellen Mitteln, Mord auf haitianische Art und als solcher auch im Strafrecht der Voodoo-Insel festgeschrieben. Doch niemand scheint jemals dafür verurteilt worden zu sein. Die Polizei braucht Beweise. Die Mordwaffe: eine Stoffpuppe? Eine Zauberformel? »Das perfekte Verbrechen«, sagt Tektek in der ihm eigenen Art. Und während das Opfer irgendwo nichtsahnend seinem täglichen Leben nachgeht, umrundet der Auftraggeber das Kreuz, peitscht es mit einem Seil und stößt kurze, spitze Laute aus. Der Bokor folgt ihm, schüttelt die Rassel, singt ein Totenlied – weggetreten, taumelnd, die Augen weit aufgerissen. Er spuckt Schnaps auf das Kreuz. Sonnenstrahlen brechen sich in der Gischt und bilden einen Regenbogen. »Er wird sterben!«, schreit der Bokor auf Kreol. »In zwei Tagen ist er tot! Tot! Bezahl mich nicht, wenn er in zwei Tagen noch lebt!«
Wie soll das funktionieren? Führt der Bokor hier ein Ritual durch und verlässt danach den Friedhof, um das Opfer eigenhändig zu erschießen, zu erstechen, zu vergiften? »Der Bokor hat den Mann bereits getötet«, sagt Tektek verärgert und streichelt Erzulis Rubinring, als bitte er ihn für die alberne Frage um Verzeihung. »Gerade eben, vor unseren Augen. Das Opfer hat keine Chance mehr.« Schwarze Magie solcher Art stehe am Anfang jeder zombification, erklärt Tektek leise. Nach einer Zeremonie solle man allerdings besser nicht mit einem Magier sprechen. Er sei noch heiß, aufgeladen von dunkler Macht, unberechenbar.
In Haiti ist die Wirklichkeit oft merkwürdiger als die Fiktion. Es gibt Schätzungen, wonach jährlich bis zu tausend Personen von ihren Familien oder Freunden als zurückgekehrte Zombies anerkannt werden, als Menschen, die gestorben sind, begraben wurden und später wieder auftauchen. Selbst Wissenschaftler diskutieren darüber, ob Zombies tatsächlich existieren. Während die einen glauben, es handle sich um herumirrende geistig Verwirrte und bei deren Identifikation durch Verwandte schlichtweg um Verwechslungen, vermuten andere, dass die Bokor ihre Opfer in einen todesähnlichen Zustand versetzen, mit Tetrodotoxin, einem Gift, das aus lokalen Kugelfischen gewonnen wird. Es soll durch die Haut in den Körper dringen und die Lebensfunktionen derart drosseln, dass der »Tote« im Sarg eine gewisse Zeit zu überstehen vermag. In der Nacht nach der Beerdigung bricht der Bokor nach dieser unbewiesenen Theorie den Sarg auf und wiederbelebt sein Opfer, möglicherweise mit Extrakten aus dem Stechapfel (Datura stramonium). Jenseits wissenschaftlicher Erklärungsversuche ist die Angst vor einer zombification in Haiti so groß, dass manche Angehörige ihre Verstorbenen zur Sicherheit ein zweites Mal töten – durch Strangulation oder eine starke Giftinjektion. Ein Leben als Zombie soll ihnen so erspart bleiben.
Den Schlüssel zum Geheimnis hüten die Bokor. Tektek kennt einen in Jacmel, 120 Kilometer südwestlich der haitianischen Hauptstadt. Das bunt lackierte Taptap, wie die überfüllten Kleinbusse in Haiti genannt werden, quält sich durch die staubigen, drückend heißen Straßen von Port-au-Prince, vorbei an Marktständen und kleinen Läden, in denen Sicherheitsleute mit Schnellfeuergewehren hantieren, vorbei an fliegenden Händlern und Bettlern und Schreibern, die für ihre Kunden Briefe in rostige Maschinen hacken. Zahlreiche Kanaldeckel fehlen, den Schlünden der Straße entströmt ekelerregender Gestank. In den Stromleitungen hängen Papierdrachen wie zerfetzte Krähen.
»Die meisten Voodoo-Priester haben Gutes im Sinn«, erklärt Tektek, während das Taptap die ausgefransten Ränder von Port-au-Prince hinter sich lässt. Er wiederholt das mehrmals, um zu unterstreichen, wie wichtig es ihm ist. »Ein Voodoo-Priester bittet die Götter für seine Klienten um Geld, Arbeit, Glück, Liebe, Gesundheit. Der Bokor dagegen kann nur schaden, nur töten.« Voodoo sei im Grunde eine sehr positive Religion. Die Schwarze Magie, die Stoffpuppen, die Zombies – das alles habe nur am Rande mit Voodoo zu tun und bestimme zu Unrecht das Bild, das sich Außenstehende davon machten. »Weil ihr Weißen euch nur für das Spektakuläre interessiert«, sagt Tektek in den ofenheißen Fahrtwind hinaus.
Die Straße überquert jetzt eine Halbinsel, die wie eine warzige Zunge an der Karibik leckt. Der Anblick des geschundenen Landes offenbart das ganze Verhängnis Haitis, das zu den ärmsten Ländern der Erde zählt, überbevölkert, von schlechten hygienischen Verhältnissen gezeichnet, von Krankheiten geplagt. Eine Infrastruktur ist nur rudimentär vorhanden, die Sicherheitslage kritisch. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Haiti.
Die Aussicht aus dem Taptap gewährt wenig von dem, was die Fantasie gemeinhin mit einer karibischen Insel verbindet. Die Wälder sind abgeholzt. Der Regen hat den Boden weggespült. Bauern graben Terrassen in öde Hänge. In glühenden Dörfern häuft sich Müll, dampfen Kloaken, nirgendwo Schatten, in der Ferne leuchten weiße Strände; dahinter türkisgrünes Meer. »Wundervoll«, seufzt Tektek. »Berge, Täler – wundervoll.«
Nach dem brodelnden Port-au-Prince wirkt Jacmel wie ein kleines Paradies. Kolonialbauten mit schmiedeeisern verzierten Balkonen erinnern an das Ende des 19. Jahrhunderts, als der Ort ein wohlhabender Kaffeehafen war. Heute nagt die Seeluft an den windschiefen Herrenhäusern. Jacmel ist berühmt für seinen ausgelassenen Karneval und die zahlreichen Künstler, die hier naive Gemälde und bunte Pappmaché-Skulpturen schaffen.
»Das Ende naht!«, schreit der Prediger. »Betet! Betet!«
Der Bokor, den Tektek kennt, ist 72 Jahre alt und heißt Joseph. Sein linkes Auge ist blind, die Haut hängt schlaff über seinen Knochen. Er gehört einer der Geheimgesellschaften an, die mit zombification zu tun haben sollen. Joseph sitzt im Halbdunkel seiner Bretterhütte und ist nicht begeistert vom neugierigen Besuch. »Es ist eine Arbeit wie jede andere«, beginnt er nach langem Schweigen. Um den Fremden nicht ansehen zu müssen, mischt der Bokor Spielkarten. »Ich lasse dich sterben. Du wirst begraben. In der folgenden Nacht wecke ich deinen Körper auf. Du bist stark, aber willenlos. Du arbeitest auf meinem Feld. Oder ich verkaufe dich. Du wirst ein Zombie, ein Sklave.« Eine Karte fällt auf den Boden. Es ist das Pik-Ass.
Er habe eine lange Lehrzeit absolviert, fährt der Bokor fort und betrachtet die Karte eingehend, als habe sie etwas mit dem zu tun, was er zu sagen hat. Um Menschen in Zombies zu verwandeln, bedürfe es magischer Formeln, spezieller Zutaten aus der Buschapotheke – alles streng gehütete Geheimnisse. Tekteks Ringfinger zittert wie der eines Malariakranken. Der Rubin schimmert eigenartig im Licht der Glühbirne.
»Ich weiß alles über Zombies«, sagt der Bokor beschwörend. Ein Zombie könne sehr wohl sterben, sobald seine Zeit gekommen sei. Eine Enthauptung sei unnötig. Und das Zombie-Dasein stelle mitnichten eine ansteckende Krankheit dar. Nur ein Bokor könne einen Untoten hervorbringen. Auf keinen Fall jedoch dürfe ein Zombie Salz essen, warnt der Bokor und schiebt das Pik-Ass wieder zwischen die anderen Karten. Weil er sonst aufwache, sehr wütend werde und den Bokor totschlage.
Einen Zombie sehen? Der Bokor erhebt sich eilig. Die Audienz ist beendet.
Einen Zombie sehen – mit eigenen Augen. Dass lebende Tote tatsächlich auf versteckten Feldern arbeiten könnten, erscheint angesichts der hohen Bevölkerungsdichte Haitis nicht glaubhaft. Doch wer weiß? Die meisten Felder gibt es im Norden des Landes. Aus den Lautsprechern des Busses schreit ein Prediger. Der Chauffeur schließt andächtig die Augen, lässt das Lenkrad los und hebt die Hände zum Himmel – bei Tempo 70 auf einer pockennarbigen Straße. Nach Saint Marc führt nur noch eine kalkweiße Piste. Staub dringt durch die Löcher im Unterboden. »Das Ende naht!«, schreit der Prediger. »Betet! Betet!« Draußen zieht eine erstickte Landschaft vorüber: dorniges Buschwerk wie mit künstlichem Schnee besprüht, Kakteen wie riesige Eiskristalle. »Gott ist gütig!«, singen die Leute im Bus. »Alles wird gut. Amen! Amen!« Die vertraute Gebetswendung ruft in Erinnerung, dass bis zu 90 Prozent der Haitianer Christen und die meisten davon gleichzeitig Anhänger des Voodoo sein sollen.
An der Nordküste von Haiti liegt Cap Haitien, die zweitgrößte Stadt des Landes. Die Architektur erinnert eher an spanische als an französische Vorbilder. Die engen Straßen bieten fast immer eine schattige Seite, auf der man gehen kann. Am frühen Abend genießen die Leute den frischen Seewind auf ihren Balkonen. Am Hafen warten Berge getrockneter Orangenschalen auf ihre Verladung nach Frankreich – als Zutaten der Liköre Grand Marnier und Cointreau.
Medine, der grobschlächtige Bokor mit den trüben Augen, wohnt etwas außerhalb der Stadt. Es war viel Zeit notwendig, um einen bereitwilligen Magier zu finden. Nicht ohne Stolz behauptet Medine, er habe zwei Zombies versteckt. Ob der blanc, der weiße Fremde, sie sehen darf, könne er jedoch nicht selbst entscheiden. Die Götter müssen gerufen werden. Im Voodoo-Tempel ist es schwül und düster. Es riecht eigenartig, entfernt nach Vanille. Auf dem Altar stehen Heiligenbilder und irdene Krüge mit »kleinen Engeln« – gefangenen Seelen. Daneben liegt das Wasserbecken für den Schlangengott Damballah. Auf dem Grund hocken weiße Plastikfrösche. Ameisen wuseln über Baron Samedis Kreuz und lassen es lebendig erscheinen.
Der Bokor wäscht sich die Hände mit Rum und zündet sie über einer Kerze an. Blaue Flammen züngeln bis zu seinen Ellbogen. Leute drängen herein, darunter eine Mambo, eine Voodoo-Priesterin, die Rum auf den Boden tröpfelt und eine Rassel schüttelt. Frauen klatschen in die Hände und singen. Trommeln schlagen, rasen, und die Dunkelheit im Tempel verdichtet sich, spannt sich, droht zu zerreißen wie eine schwarze Folie. Dann stößt der Bokor einen Schrei aus, einen hässlichen, gutturalen Schrei, der einen zurückweichen lässt. Er schnellt in einer unerklärlichen Bewegung in den Stand, keift, zittert, reißt die Augen weit auf und rollt sie nach hinten – weiße Kugeln, umgarnt von blutroten Äderchen. »Baron Samedi!«, ruft die Mambo. »Baron Samedi ist gekommen!«
Der Totengott, der jetzt im Körper des Bokor steckt, wird weiß gepudert. Er ächzt, stöhnt, fragt mit einer Fistelstimme, warum er gerufen wurde. Die Mambo sagt es ihm. Baron Samedi bäumt sich auf und brüllt. Tektek reibt an Erzulis Ring wie Aladin an der Wunderlampe. »707 Gourde!«, sagt Baron Samedi plötzlich, und die Forderung nach Geld lässt die Spannung ins Absurde kippen. Doch außer dem Fremden scheint das niemand so zu sehen. Das Surreale ist hier ganz normal. »Sehr teuer«, entgegnet Tektek mutig. »300?« Und dann einigt er sich mit dem Totengott auf 407 Gourde.
Es ist Nacht geworden. Die Nacht der lebenden Toten? Die Mambo geht voran und träufelt Rum auf den Pfad. Baron Samedi folgt ihr, gepudert, die Hüften schwingend, zischelnd – tsts-tststs –, dahinter die Frauen, Tektek und der weiße Fremde. Erschrockene Kinder stieben auseinander wie aufgeschreckte Fliegen. »Ich, ich…«, stammelt Tektek. »Diese Dinge … Sie machen mir Angst.«
In einem verlassenen Gehöft wird das schwere Vorhängeschloss eines Bretterverschlags geöffnet. Die Tür springt auf. Drinnen kauern zwei in Lumpen gekleidete Gestalten am Boden. Keine halb verwesten Glieder, keine Reißzähne. Zwei Männer aus der Nachbarschaft, die sich für einen Mummenschanz hergeben? Ein Hokuspokus für den Fremden? Doch dann erhebt sich einer von ihnen. Seine Handgelenke sind vernarbt, seine Augen starr zu Boden gerichtet. Eine kreisrunde Wunde klafft in seiner Brust. Tektek weicht einen Schritt zurück, und sein Ringfinger schlägt aus wie die Nadel eines Strahlendetektors. Der Rubin glüht und funkelt. »Ti-Jean«, sagt der Mann in näselndem Tonfall. Er steht steif da und reibt sich unentwegt die Schultern. »Ti-Jean, heiße Ti-Jean.«
Der Bokor verzerrt sein Gesicht zu einer grausigen Maske und schlägt um sich
Ti-Jean und sein Bruder seien Denunzianten gewesen, findet Tektek heraus. Sie hätten Nachbarn und Verwandte bei der Polizei angeschwärzt. Ein Bokor wurde beauftragt. Kurz darauf hätten sie Fieber bekommen, ihre Bäuche seien angeschwollen. Zwei Tage später seien sie gestorben und begraben worden. »Ti-Jean, heiße Ti-Jean«, sagt der Mann immerzu. Sein Bruder hockt am Boden und klappert mit den Zähnen. »Jeder im Ort hat die Zombies als die Denunzianten wiedererkannt«, flüstert Tektek. »Sie haben ihr Schicksal verdient. Öffne ihre Gräber, und du wirst sie verlassen finden.«
Darf man ihnen Fragen stellen? Baron Samedi schreit wütend auf, verzerrt sein Gesicht zu einer grausigen Grimasse, schlägt mit dem Stock um sich. Er stößt alle hinaus. Auf dem kleinen Vorplatz knallt eine Peitsche; dann sackt der Körper des Bokor zusammen. Der Totengott hat ihn verlassen. Medine ist wieder Medine. Sie setzen ihn auf eine Baumwurzel. Er ist benommen, erschöpft, sagt, er könne sich an nichts erinnern.
Sind die beiden Brüder wirklich Zombies? Oder sind sie gar nicht an ihrer Krankheit gestorben? Hat der Bokor sie nur leicht vergiftet und dann heimlich eingesperrt? Wurden etwa leere Särge bestattet? Eine groteske Art von Selbstjustiz? »Ihr Weißen denkt, dass ihr alles erklären könnt«, sagt Tektek leise. »Dabei wisst ihr nichts.« Seine Hand liegt auf der Brust. Der Ringfinger wirkt leblos, der Rubin erloschen, fast schwarz.
- Datum
- Quelle (c) DIE ZEIT 22.05.2003 Nr.22
- Empfehlen E-Mail verschicken | Bookmarks
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




