Die Gefahr besteht sicherlich nicht. „Denn der Mensch ist ja kein Wiederkäuer“, wie Theodora Steineck sagt, die sich an der Veterinärmedizinischen Universität Wien mit den Gefahren des Rapses beschäftigt. Bei wiederkäuenden Tieren, die den Raps fressen, sieht die Sache allerdings anders aus: In deren Pansen kann die Ölfrucht, die zu den Kohlgewächsen gehört, eine schädliche Wirkung entfalten und zur „Kohl-Anämie“ führen, einer lebensbedrohenden Blutarmut.

Den gewöhnlichen Raps, der abschreckende Senföle enthält, rühren die Wiederkäuer deshalb auch nicht an. Seit Mitte der achtziger Jahre aber wird vorwiegend der so genannte 00-Raps angebaut (sprich: „Doppel-Null-Raps“), eine Variante, bei der durch Züchtung der Anteil an Senfölen reduziert wurde. Und seitdem gibt es immer wieder Berichte von „verrückten“ Rehen, die sich den Magen mit Raps voll geschlagen haben und daraufhin die Anämie entwickelten. Die Rehe fressen aber auch den 00-Raps nur in Ausnahmefällen, etwa wenn sie im Winter keine andere Nahrung finden.

Menschen können dagegen bedenkenlos eine Nacht im Rapsfeld verbringen – ihnen droht von der gelben Feldfrucht keine Gefahr. Christoph Drösser

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