sport Der zwölfte MannSeite 2/2

Vielleicht aber führt die endlich wissenschaftlich belegte Erkenntnis zu Besserung. Als Fazit ihrer Arbeit fordern die Innsbrucker die Einführung des Videobeweises in spielentscheidenden Situationen. Die Diskriminierung von Mannschaften beim Verteilen von Strafstößen hat schon zu viele epochale Partien entschieden.

Wer nach den jüngsten Befunden verstärkt Zweifel an der Fairness im Sport hegt, findet in der Arbeit von Sutter und Kocher allerdings auch Trost. In der Bundesliga ist alles halb so schlimm. Unparteiische der spanischen Primera Division lassen eine zurückliegende Heimmannschaft im Durchschnitt dreimal so lange nachspielen wie deutsche Kollegen: volle zwei Minuten zusätzlicher Heimvorteil.

Pikanterweise haben sich die Innsbrucker Forscher aber ausgerechnet eine Saison ausgesucht, die in der Nachspielzeit entschieden worden ist. Im Jahr 2001 wäre beim Abpfiff nach 90 Minuten im 34. Spiel Schalke 04 Meister gewesen. Doch im Spiel des Hamburger Sportvereins gegen Bayern München ließ der Schiedsrichter drei Minuten nachspielen. Am Schluss hieß der Meister – natürlich – Bayern. Da in diesem Fall die Bayern auswärts antraten, ist dieses Spiel zwar kein Beleg für die Heimschiedsrichterthese. Aber vielleicht ist eine andere, nie ergründete Wahrheit endlich bewiesen: dass Schiedsrichter immer auf der Seite von Bayern München sind. Sutter winkt ab. Diese, angeblich vor allem in Journalistenkreisen weit verbreitete Ansicht haben die Ökonomen in ihrer Arbeit ebenfalls untersucht, dafür aber „keinen statistischen Beleg“ gefunden.

 
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