Freiheit auf Bewährung

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn fordert ein nationales Ranking

Die Zeit: Frau Bulmahn, was wurde aus dem im Koalitionsvertrag festgelegten Ziel, alle Hochschulen in Lehre und Forschung zu evaluieren und ein nationales Ranking zu erstellen?

Edelgard Bulmahn: Wir kommen dem Ziel näher. So hat der Wissenschaftsrat auf meine Bitte hin die Idee aufgegriffen. Er wird einen Vorschlag entwickeln, wie ein Instrumentarium für einen solchen Leistungsvergleich aussehen kann.

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Zeit: Warum braucht Deutschland ein Hochschul-Ranking?

Bulmahn: Aus zwei Gründen. Wenn wir wollen, dass die Hochschulen sich profilieren, brauchen sie Autonomie. Dafür zieht sich der Staat immer mehr aus der Steuerung zurück und verzichtet auf detaillierte Vorgaben. Im Gegenzug müssen die Hochschulen jedoch regelmäßig deutlich machen, was sie mit der neuen Freiheit anfangen, wie es um die Qualität von Forschung und Lehre bestellt ist. Dafür sind Evaluationen eine geeignete Methode.

Zeit: Und der zweite Grund?

Bulmahn: Die deutsche Forschung muss im Ausland sichtbarer werden. Zwar sind unsere Max-Planck-Institute für ihre Exzellenz bekannt. In der angewandten Forschung gilt das auch für die Fraunhofer-Gesellschaft. Doch die Universitäten haben Schwierigkeiten, ihre Leistungsfähigkeit und ihr Profil nach außen darzustellen. Ein Ranking wird die Leuchttürme deutscher Forschung international bekannter machen.

Zeit: Leuchten können nicht alle. Ein Ranking scheidet sichtbar die erstklassigen von den zweitklassigen Hochschulen. Ist das gewollt?

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