Interview Häuser zum Abheben

Der amerikanische Architekt Frank O. Gehry über seine jüdischen Wurzeln, seinen Neid auf die Künstler und über die gerade fertig gestellte Disney Concert Hall in Los Angeles

Die wogenden Wände des Guggenheim-Museums in Bilbao, der neuen Disney Concert Hall in Los Angeles und einer Bank in Berlin

DIE Zeit: Herr Gehry, kein anderer Architekt ist derzeit populärer als Sie. Zugleich schlägt ihnen sehr viel Skepsis entgegen. Woran liegt das?

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Frank O. Gehry: Na ja, es gibt ein paar Kollegen, denen ich wohl unheimlich bin. Darum kümmere ich mich aber nicht weiter.

Zeit: Wovor fürchten die Kollegen sich denn?

Gehry: Sie mögen es nicht, wenn einer aus der Art schlägt. Alles soll möglichst rational und abgeklärt sein, normal eben. Und wenn einer kommt wie ich, einer, der seine Häuser eher als multiple Persönlichkeiten begreift, dann wird er halt attackiert.

Zeit:  Ihre Bauten seien selbstsüchtig und eitel, heißt es dann.

Gehry: Wer so etwas sagt, schaut nicht genau genug hin. Es ist mir immer sehr wichtig, ein guter Nachbar zu sein. Alle meine Gebäude gehen eine Beziehung zu ihrem Umfeld ein, sie versuchen eine Verständigung aufzubauen und stellen sich nicht einfach plump in die Gegend. Wissen Sie, ich bin mit dem Talmud aufgewachsen und habe schon als Baby die goldene Regel gelernt, dass man immer so handeln soll, wie man es von anderen erwartet. Und dieses Prinzip spiegelt sich auch in meinen Bauten wider.

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