Zum Strand! Als Erstes zum Strand! Den Koffer aufreißen, die bequemsten Schuhe rauszerren, ein Badetuch und dann sofort zum Strand. Alles andere hat Zeit, den Hotelzimmerschrank einräumen, die Stadt besichtigen, zu Hause anrufen, das kann warten, der Strand nicht. Aber warum eigentlich? Was zieht den Menschen so hin? Und was geht mit ihm vor, wenn er den Strand erreicht? Er rennt, läuft los, er ruft, singt, lässt alles flattern, und auch wenn er es ruhiger angehen lässt, nur steht und schaut, spürt er die Wirkung, für die es nur ein Wort gibt: Seinsverbesserung. Interessante Städte mögen den Geist anregen, Luftbäder in Höhenlagen für die Bronchien gut sein. Am Strand aber merkt die Spezies Mensch, wie es wäre, durchgehend mit sich einverstanden zu sein. Am Strand gibt es keine Langeweile und keine schlechte Frisur, die Sorgen verziehen sich in Richtung Horizont. Vielleicht ist das so, weil uns der Strand an ein Merkmal des Paradieses erinnert, an die Vollständigkeit. Es gibt die vier Elemente Luft, Wasser, Erde, glühend heiße Sonne, es gibt Ruhe und ständige Bewegung, Stille und Geräusch. Es gibt Millionen vom Allerkleinsten, den Sandkörnern, unter den Füßen, und das Allergrößte, die Unendlichkeit vor Augen. Vielleicht wird der Menschheit am Strand ja deshalb so wohl, weil sie sich dort an ihren Idealzustand erinnert fühlt.