Wären die Dünen nicht schon dagewesen, die Maler hätten sie erfinden müssen. Denn wenn man das türkis anbrandende Meer mit seiner weißen Gischt unter einem unwahrscheinlich blauen Himmel erblickt, gibt es nichts, wonach das Auge sich mehr sehnt als nach saharabeige davorgeschobenen Sandbergen mit grün gekrönten Kämmen. Die Dünen sind ein Versprechen auf die Freiheit, die dahinter beginnt. Meist sind sie auch das erste Stück Wüste, das man im Leben zu Gesicht bekommt. In ihren Tälern, dort, wo der Wind nicht hingelangt, glüht der Sand besonders heiß. Schön ist das Sandgebirge, aber auch schrecklich. Davon erzählt der japanische Schriftsteller Kobo Abe in seinem Roman Die Frau in den Dünen . Es ist die Geschichte eines Forschers, der sich ein Quartier in einem Dünental zuweisen lässt, das für ihn und eine Frau zum Gefängnis wird. Das Los des Forschers zeigt, was das eigentlich Gefährliche an der Düne ist: der Wind, dem sie ihr bewegtes Wanderleben verdankt, vermag sie in Treibsand zu verwandeln, dem man nicht mehr entrinnt.