Das Leben von Rettungsschwimmern auf ihrer Rettungsstation ist ein buntes. Zumindest auf RTL2. Welche Mixtur darf es denn sein? "Sand, Sonne, Sex"? "Weiber, saufen, Leben retten"? So sieht das aus bei Bademeisters. Roter Badeanzug, viel Silikon. Sich in Zeitlupe durchs nasse Haar streichend, fragt Pamela Anderson: "Ist für das Kanurennen der Waisenkinder alles bereit?" So geht Rettungsschwimmen in der Serie Baywatch. Kann das sein? Ist das der Alltag von Rettungsschwimmern, die doch eigentlich Schwimmmeister heißen und oft nur Bademeister genannt werden? Im richtigen Leben ist es anders: Am Ufer steht ein Turm, auf dem weht eine kleine Flagge, das ist die Rettungsstation. Davor sitzt die Strandaufsicht. Ein Mann, auch eine Frau. Sie sitzen ein paar Stunden dort, denn sie haben Schicht, also ist es ihre Pflicht, dort zu sitzen, sie tragen weiße Hosen und weiße Hemden, und manchmal stehen sie auf und wippen ein bisschen auf ihren Beinen wegen der Durchblutung, denn ein paar Stunden sitzen kann ganz schön anstrengend sein. Hin und wieder heben sie die Arme, halten ein Fernglas vor die Augen und schauen aufs Wasser. Was sie dort sehen – spielende Kinder, brustschwimmende Rentner, joggende Endvierziger –, beruhigt sie, und wenn es sie nicht beruhigt – Jungs, die Bierdosen durch die Gegend schmeißen, Kinder, die sich gegenseitig so lange unter Wasser drücken, bis sie blau anlaufen –, trillern sie mit einer Pfeife oder brüllen durchs Megafon. Manchmal wird dann alles gut. Liegt ihr Arbeitsplatz am Strand von Waikiki, sind sie braun gebrannt, liegt er in Prerow, sind sie schlecht gelaunt. Manchmal springen die Bademeister auch ins Wasser, dann müssen sie einen Menschen vorm Ertrinken retten. Das passiert in Deutschland Gott sei Dank aber nur ein paar Mal im Jahr.