Auf der Urlaubsreise kann ein Taschenschach von Nutzen sein. Die Figuren stecken mit einem Zapfen im gelochten Brett oder sind magnetisch fixiert, damit sie im rüttelnden Zug oder bei Seegang an Bord eines Schiffes nicht verrutschen. Dem Taschenschachspiel haftet etwas Mikroskopisches an. Ältere Spieler müssen sich unter den wechselnden Lichtverhältnissen bei Tunneldurchfahrten oder im grellen Licht an der See mühen, die Steine auseinander zu halten. Hinzu kommt am Strand Sand, der sich hemmend auf die Diagonalen legt. Schon auf einem Brett normaler Größe, dessen Oberfläche glänzend lackiert ist, um die mit Filz beschuhten Offiziere leichthin gleiten zu lassen, stört jedes Korn. Für die vergleichsweise winzigen Bäuerchen eines Taschenschachs sind solche Körner bereits erbsengroß! Um diesem Verdruss entgegenzuwirken, haben vorausschauende deutsche Kurverwaltungen vor Jahren Großschachspiele strandnah errichtet. An erster Stelle zu nennen wäre hier Westerland, das auf seiner der Nordsee zugewandten Promenade gleich zwei Anlagen unterhält. Die Bretter messen etliche Quadratmeter, die Figurenkästen haben das Format von Müllcontainern, die Könige und Damen überragen manches Kleinkind. Selbst Zuschauer, die auf den Bänken sitzend ihre Strümpfe durch die Zehenzwischenräume ziehen, um festbackenden Sand abzustreifen, können das Spielvergnügen nicht trüben. Allerdings mangelt es den Großfiguren an Standsicherheit. Schon Böen der Stärke acht bis neun werfen die Springer um; erfahrene Strandschachspieler drehen sie mit der Mähne in den Wind, so bieten sie die geringste Angriffsfläche.