Abschließend einige Worte über stilistische Dissonanz. Stilistische Dissonanz ist, wenn ein mit nahezu nichts bekleideter Herr eine mit nahezu nichts bekleidete Dame folgendermaßen anspricht: "Gnädige Frau, finden Sie auch, dass die Entblößung der Gefühle viel anstößiger ist als die des Körpers?" Daraufhin ergreift die Frau die Flucht, und sie hat Recht. Wenn man in Badehose unterwegs ist, darf man nicht reden, als trüge man einen Smoking. Wenn schon unverschämt, dann konsequent. Faustregel: Je weniger Bekleidung, desto kürzere Sätze. James Bond hat das in paradigmatischen Strandszenen demonstriert. Nach seinem Vorbild zwinkere man den Damen an der Beach-Bar frech zu und frage: "Gerührt oder geschüttelt?" Das ist nicht frauenfeindlich, sondern angemessen. Moderne Frauen mögen Ironie. Sie kennen sämtliche James-Bond-Filme, und sie kennen die Persiflagen mit Austin Powers. Deshalb zwinkern sie frech zurück und fragen: "Do we shake now, or do we shake later?" Aus germanistischer Perspektive ist diese Antwort unbefriedigend. Doch am Strand geht es nicht um korrektes Deutsch, es geht auch nicht etwa um Sex, sondern um Coolness. Cool ist, die Regeln der modernen Kommunikation, also die Regeln des intertextuellen Spiels zu beherrschen. Wir wollen für den Herrn mit der Badehose hoffen, dass er die Austin-Powers-Filme gesehen hat, denn jetzt gibt es nur eine richtige Antwort: "Yeah, yeah, yeah, baby!"