ist, was jetzt geschieht. Eben noch: Erwartung, gleich: auf und davon. Eben noch Schlange stehen, mit Münzen, an die das Sonnenöl Sandkörner geklebt hat, eben noch in der Fremdsprache still memorieren, was das hieß: "Dies da bitte", wenn schon nicht raffiniert: "Drei Kugeln in der Waffel, mit Streuseln", und gleich schon tropft’s. Eben noch, gleich schon, dazwischen ist der Augenblick, bevor er sich als vergänglich erweist, dazwischen ist Eis. Die Überlistung von Wärme, die schmelzen lässt, durch Kultur. Einen Augenblick, bitte. Himbeereis. Wie viele Beweise gibt es, dass Gott es gut mit den Menschen als seinen Mitschöpfern meint, außer dem Himbeereis? Menschenwerk: Das Vanilleis in der Waffel, November 1982 in Moskau, unweit der Tretjakow-Galerie, da verkaufte bei 14 Grad Kälte plötzlich einer Eis, und alle hatten plötzlich eins in der Hand. Und das Eis mit den schmelzigen Karamellstückchen, August 1979, in einem südbretonischen Dorf, das hieß Le Pouldu, unweit Quiberon, alles war Strand, alles war Augenblick, alles war Eis. Oder das Eis mit dem Schaum auf der Waffel, fast kindergesichtgroß, dem Klecks Fruchtmark darauf, auf dem Gesicht ebenso, 1969 am dänischen Strand bei Marielyst, die erste Ferienreise, die Erfahrung von Großzügigkeit, nötig war das ja nicht, solches Eis, so viel Schaum. Nötig nicht, aber möglich, geschenkt. Eis ist, was einmal war und schmolz und immer noch tropft, weil es doch nicht verging.