Meteorologie Klimagruß von der GalaxisSeite 3/3

Die kosmische Strahlung könnte jedoch die Erklärungslücke füllen. Denn unsere Sonne besitzt ein starkes Magnetfeld, und dieses schirmt die kosmische Strahlung weitgehend von den Planeten ab. Erhöht sich die Sonnenaktivität, dann wächst neben ihrer Leuchtkraft auch ihr Magnetfeld. Infolge der besseren Abschirmung prasselt weniger kosmische Strahlung in die Erdatmosphäre, die Wolkendecke geht zurück. Das verstärkt die Wirkung der erhöhten Sonnenstrahlung zusätzlich. Die teilweise verblüffend guten Korrelationen zwischen Sonnenaktivität und jüngeren Klimaschwankungen ließen sich so physikalisch schlüssig erklären, meinen Veizer und Shaviv. Erstmals ergebe sich ein konsistentes Bild, von heute bis weit in die Vergangenheit.

Skepsis bleibt dennoch. Shavivs Abschätzung des kosmischen Strahlenflusses beruht auf den Daten von nur 42 Meteoriten. Die Auswirkung himmlischer Strahlung auf die Wolkenbildung ist stark umstritten und physikalisch nicht verstanden. „Auf einer schwachen Datengrundlage mit wenigen Zyklen kann man immer Korrelationen finden“, warnt Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Er fände „die Idee mit dem 140-Millionen-Jahres-Zyklus und den galaktischen Armen zwar interessant“, würde aber „nicht viel darauf wetten, dass sie bestätigt werden wird“. Veizers Versuch, die Treibhauswirkung von CO2 herunterzuspielen, überzeuge nicht, das Gas bleibe ursächlich für den aktuellen Klimawechsel.

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Allerdings rennt man bei Rahmstorf „offene Türen“ ein, wenn es um den kosmischen Einfluss auf das historische Klima geht. Er hat jüngst in den Geophysical Research Letters die mehr als 20 abrupten Temperatursprünge der letzten Eiszeit analysiert und kommt zu dem Schluss: Es muss einen außerirdischen Taktgeber geben. Sein Ursprung bleibe jedoch mysteriös.

 
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