Kulturpolitik Des Loches FinsternisSeite 2/2

Kühne Zukunftspläne

Besonders demütigend ist der unaufhaltsame Niedergang der blühenden Bürgerkulturstadt Köln für Marie Hüllenkremer, die inzwischen bei jeder Gelegenheit von ihrem Oberbürgermeister gemaßregelt und abgestraft wird. An ihr klebt die Misere wie an der Pechmarie. In dieser Situation der Lähmung machen sich allerdings, wie in früheren Zeiten, Kölner Bürger und Künstler Luft, darunter Rosemarie Trockel, Marcel Odenbach, Kasper König und Udo Kier: Sie wollen der Stadt in der kommenden Woche differenzierte Pläne für die Zukunft der Kultur nicht nur am Neumarkt vorlegen. Ihnen schwebt, allen Menetekeln zum Trotz, die kühne Idee einer europäischen Kunsthalle vor, die von privater Hand mitfinanziert werde. Damit ihr Anliegen die rechte Beglaubigung besitze, haben sie am 11. Mai – als in Köln aus Geldmangel der Baustopp für den Museumsneubau verhängt wurde – einen Verein gegründet, in dessen Namen der ganze Schmerz und die ganze Finsternis sinnreich zum Ausdruck kommen: Das Loch e. V.

 
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