Selbst dutzendfache China-Besucher müssen immer wieder nachfragen: Wie war das noch mit Yuan und Renminbi? Was heißt hier was, und wie unterscheiden sich die Begriffe? Die Antwort ist scheinbar einfach, der Umgang im Alltag dennoch kompliziert, da sich die Gewohnheiten des chinesischen Sprachgebrauchs nicht mit den unseren decken.

In einem allgemeinen Zusammenhang, wenn von der Währung als Sammelbegriff die Rede ist, spricht man in China vom "Volksgeld" – das ist die wörtliche Übersetzung von Renminbi. Doch Renminbi ist keine Geldeinheit. In Statistiken, auf Preisschildern und an der Ladenkasse ist deshalb immer von Yuan die Rede. Yuan ist eine Einheit wie Mark oder Taler. Man kann also nur mit einem Yuan-Schein bezahlen, auf chinesischen Geldscheinen findet der Begriff Renminbi keine Erwähnung. Weshalb wir im Deutschen im Prinzip auch zwischen Renminbi und Yuan unterscheiden müssten, was wir jedoch von Euro und Dollar her nicht gewohnt sind.

Die Chinesen haben mit ihren Geldbezeichnungen andere Probleme: Vor allem auf dem Land waren die Bauern noch bis vor einigen Jahren so arm, dass ihnen meist nur Jiao und Fen zwischen die Finger kamen – das sind Untereinheiten des Yuan so wie bei uns Cent. Folglich werden mündliche Marktgeschäfte bis heute oft in Jiao und Fen ausgehandelt – eine Falle für Ausländer, die, sobald sie über eine Yuan-Summe verhandeln, damit meist schon über dem Normalpreis liegen.

Georg Blume