Wie ungerecht das Leben ist, zeigt die stetige Namens-Enteignung der Wohlgeborenen für schnöde kommerzielle Zwecke. Bismarck wurde mit einem gemeinen Hering gekoppelt, Holstein mit einem Schnitzel, Napoleon mit einem Stück Kuchen. Dem britischen Feldherrn Wellington wurde ein Stück Fleisch angehängt, den Raglan-Ärmel haben sie dem gleichnamigen Lord abgenommen, der im Krimkrieg (nicht sonderlich) hervortrat.

Nunmehr aber müpfen die Aristos auf. Bekanntlich hat der vierte Earl of Sandwich, ein besessener Kartenspieler, die gleichnamige Stulle erfunden: Um den Gang zum Dinner zu vermeiden, ließ er sich ein Stück Fleisch zwischen zwei Brotscheiben legen. Heute, 200 Jahre später, meldet sich der elfte Earl zurück - und zwar mit einer eingetragenen Sandwich-Marke, die - was sonst? -

The Earl of Sandwich heißt. Im Herbst geht's nach Disneyland, mit einer Klappschnitten-Bar.

Die hiesigen Standesgenossen mögen sich sputen. Die Preußens könnten den schwarzen Adler zur Laufschuh-Marke machen, mit dem Slogan: "Go east, young man." Die Habsburgs könnten eine Confiserie-Linie gründen, die Hohenzollern ein Deutsch-Rock-Label. Die Wittelsbacher sollten dem Stoiber die Münchner Residenz wegnehmen und daraus ein Wellness-Center mit vielen kleinen Zirbelstuben machen. Ein touch of class täte auch unserem Gewerbe gut, wo Chefredakteure ein schlechtes Manuskript mit dem Satz "Druck adelt" trotzdem auf die Seite heben. Wir warten auf die "Fugger Press" - mit dem Slogan: "Adel druckt."