Diesel ist billiger als Benzin. Moderne Dieselmotoren sind extrem sparsam und durchzugsstark. Vier von zehn Pkw-Käufern hierzulande bevorzugen heute schon den Selbstzünder. Deutsche Autobauer profitieren kräftig davon.

Und jetzt das: Hochrangige Grüne, ökobewegte Sozialdemokraten und Umweltverbände fordern eine Erhöhung der Dieselsteuer als "Subventionsabbau".

Spediteure, Autobosse und Dieselfahrer schreien auf. Selbst Kanzler Gerhard Schröder schaltete sich ein: Diesel bleibt billig!, so sein Machtwort.

Dabei gibt es keinen logischen Grund, Diesel mit 18 Cent pro Liter weniger zu besteuern als Benzin. Die höhere KfZ-Steuer für Dieselaggregate fällt nur für Wenigfahrer ins Gewicht. Wer Kilometer frißt, kann mit seinem Diesel richtig Geld sparen. Ökologisch ist es sogar kontraproduktiv. Ein Liter Diesel verbrennt im Motor klimaschädlicher als ein Liter Benzin. Zudem stoßen Dieselmotoren Rußpartikel aus. Und die kosten nach einem soeben dem Umweltbundesamt vorgelegten Gutachten hierzulande bis zu 14 000 Menschenleben im Jahr.

Selbst wenn Dieselmotoren jetzt schon die von 2005 an gültige Euro-IV-Schadstoffnorm erfüllen, ist der Partikelgehalt noch unnötig hoch.

Denn die Technik zur fast vollständigen Eliminierung funktioniert längst.

Peugeot-Citroën hat soeben das 500 000. Fahrzeug mit Rußfilter ausgeliefert - an einen deutschen Kunden. Die deutschen Konkurrenten und Zulieferer beharren indes auf ihren eigenen Filtern, die sie im Herbst auf der Automobilmesse IAA präsentieren wollen. Erst danach wollen Mercedes, VW und Co. ihre Rußkiller anbieten - nur für wenige Modelle und gegen Aufpreis. Diese Zögerlichkeit der Branche stört Umweltminister Jürgen Trittin gewaltig, weshalb auch er mit höheren Steuern drohte.