Der Geschäftsklimaindex des Münchnern Ifo-Institut ist von Mai bis Juli zum dritten Mal in Folge gestiegen, zuletzt von 88,8 im Juni auf 89,2 im Juli. „Nach den bisherigen Erfahrungen deutet ein dreimaliger Anstieg des Ifo Geschäftsklimas in Folge auf eine bevorstehende konjunkturelle Belebung hin“, erklärte am Montag Hans-Werner Sinn, der Präsident des Münchner Instituts. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Institut einen Anstieg des Index über drei Monate beobachtet, der jedoch folgenlos blieb. Rund 7000 Unternehmen werden nach ihren Erwartungen für die nächsten sechs Monate und der Einschätzung der gegenwärtigen Geschäftslage befragt. Die Zukunftprognose hat sich verbessert - von 98,6 in Juni auf 100,2 in Juli - und ließ damit den Index nach oben klettern. Die Bewertung der Geschäftslage hat sich dagegen verschlechtert, von 79,4 im Juni zu 78,7 im Juli.Angesichts dieser Zahlen sieht sich Bundesfinanzminister Hans Eichel in seiner Politik bestätigt: „Entgegen der langen Diskussion darüber, dass es in Deutschland nicht aufwärts geht, zeigt die Entwicklung des Info-Index, dass die konjunkturelle Wende eingeleitet ist, sagte er am Montag, (...) unsere Politik passt damit genau in die Lage“. Immerhin hatten der Internationale Währungsfond und die Bundesbank ihre Wachstumsprognosen für dieses Jahr fast auf null korrigiert.Mit Ausnahme des Baugewerbes sind fasst alle Bereiche von diesem vorsichtigen Optimismus betroffen. Trotz dieser Ergebnisse bleiben viele Analysten und Praktiker skeptisch. „Das ist nicht sehr überzeugend, sagte Uwe Angenendt von der ING BHF-Bank gegenüber Reuters. „Ich denke nicht, dass dies ein Signal für eine Aufschwungdynamik ist“. Der Chef des Bundesverbands des Deutschen Groß- und Außenhandels Anton Börner stimmt zu: „Für mich ist das in erster Linie Psychologie. Man hofft, dass [der Abschwung] nun zu Ende geht, ohne dass man weiß, warum“. Ifo-Chefvolkswirt Jan-Egbert Sturm glaubt in dem Anstieg des Ifo-Index eine konjunkturelle Trendwende zu erkennen, warnte jedoch: „Wir müssen warten, ob ein Stimulus von Außen kommt – etwa aus dem asiatischen Raum oder aus Osteuropa – oder ob durch privaten Konsum hier etwas gemacht werden könnte“.Obwohl die Experten die Lage unterschiedlich analysieren, sind sie sich in einem Punkt einig: Nur der Aufschwung fehlt noch.