Das Wort Körpersprache bekommt eine andere Bedeutung, wenn man sich mit Latif Yahia unterhält. Man kann die letzten 15 Jahre seines Lebens entlang der Narben seines Körpers erzählen. Seine Haut ist von Kugeln, Granatensplittern und Messern durchdrungen worden, ausgepeitscht, infiziert, operiert. Elfmal ist auf ihn geschossen worden, weil man ihn für Udai Hussein hielt, dreimal ist auf ihn geschossen worden, weil er Udai Hussein entkommen war. Eine Kugel hat der Diktatorensohn ihm höchstpersönlich in die rechte Schulter gejagt. Er kann seinen linken Arm kaum heben, weil ihm bei einer Entführung durch die Sozialistische Partei Kurdistans nach seiner Flucht aus Bagdad die Schultern gebrochen wurden. Zwei Stichnarben auf seinem Bauch, sagt er, stammen von den Rächern des Regimes, die ihn nach seiner Flucht in Norwegen aufgetrieben haben.

"Ich sage immer: Es gibt keinen Teil an mir, der unbeschädigt wäre."

Der linke Fuß?

"Ich habe ein Loch in meinem großen Zeh, von einem Granatsplitter bei einem Attentatsversuch auf Udai, 1991, in Basra."

Rechts?

"Noch ein Loch, selbe Handgranate.

Wir sitzen im Frühstücksraum eines Hotels in Manchester, und er trägt teuer aussehende Lederschuhe und schwarze Seidensocken.

Hintern?