[Abstract] Seit es drahtlose WLAN-Netze und Smartphones gibt, kann man mit einem entsprechend gerüsteten Laptop fast überall online sein. Gesurft wird in Cafés und Bars, auf Konferenzen und sogar in Vorlesungen. Tuschelte man früher in einer Sitzung noch mit seinem Tischnachbarn, schickt man sich heute Instant Messages über den Konferenztisch. Das Internet zerstückelt das reale Leben. Es lenkt insbesondere von Arbeiten ab, die Konzentration erfordern. An der Universität Michigan hat der Psychologe David E. Meyer in einer Untersuchung festgestellt, dass Multitasker , die zwischen zwei Aufgaben hin und her springen, insgesamt 50 % mehr Zeit benötigen, als diejenigen, die erst die eine Arbeit erledigen und dann die andere. Durch das ständige Online-Sein verwischen auch die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben. In den USA lesen 23 Prozent der User ihre beruflichen Mails sogar am Wochenende, aus Informationsgier oder weil sie ein überquellendes Postfach am nächsten Arbeitstag vermeiden möchten. Manche Internet-Nutzer verspüren sogar einen physischen Drang, online zu gehen, ein Syndrom, das sich Online compulsive disorder nennt. [Zum Artikel]