familie „Papa schläft jetzt im Büro“Seite 7/7
Sie hätte nicht heiraten müssen, nicht wegen des Kindes, als Ledige hatte sie ein Anrecht auf einen Krippenplatz. Sie heiratete dennoch. Nach wenigen Jahren zog sie aus der gemeinsamen Wohnung aus. Scheidungen in der DDR waren unproblematisch und billig. Schon vor dem Zerwürfnis hatte sie eine neue Arbeit, als Lohnbuchhalterin in einem schmucklosen Büro hinter der LPG-Kantine in Oberseifersdorf. Auch am 1. Juli 1990 arbeitete sie, einem Sonntag, als sie die Ersparnisse der Bauern in D-Mark umtauschte.
Halten Partnerschaften heutzutage weniger Veränderung aus? Sabine Stiehler, eine Dresdner Soziologin, glaubt, dass Partnerschaften zu viele Ängste, Abhängigkeiten, Wünsche auffangen müssten. „Zu viele gehen mit zu hohen Erwartungen in eine Partnerschaft.“ Aber gibt es das, eine „erwartungsfreie Partnerschaft“? Sophie, Ute Webers 19-jährige Tochter, sieht die Familie ihres Freundes und sagt: „Da sind alle verheiratet, da gibt’s so was gar nicht.“ Und fragt sich: „Wie schaffen die das eigentlich?“ Prompt zieht Sophie neugierige Mutterblicke auf sich. Sophie, die mit einem Wochenend- und Ferienvater aufgewachsen ist, schaut ihren kleinen Bruder an und sieht, wie sich ihre Geschichte zu wiederholen scheint.
* Name von der Redaktion geändert
- Datum 07.08.2003 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 07.08.2003 Nr.33
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