„Ich habe noch nie ein Pferd kotzen sehen“, sagt Werner Jahn, der in Bargteheide eine Pferdeklinik betreibt. Und auch die Lehrbücher über die Anatomie der Huftiere sind sich einig: „Praktisch“ können Pferde sich nicht erbrechen. Das liegt daran, dass zwischen ihrem Magen und der Speiseröhre ein sehr kräftiger Schließmuskel sitzt, der verhindert, dass der Speisebrei den Rückwärtsgang einschlägt. Weil der Magen des Pferdes zudem nicht sehr groß und kaum dehnbar ist, führt das leicht dazu, dass sich das Tier überfrisst. Ein großer Teil der Gesundheitsprobleme bei Pferden hat mit dem sensiblen Verdauungsapparat zu tun.

Sie haben den Spruch von den kotzenden Pferden (die Apotheke lassen wir jetzt mal beiseite) also richtig gedeutet. Und in extremen Fällen, etwa wenn der Darm des Pferdes verschlossen ist, findet der Mageninhalt doch wieder einen Weg nach draußen, erzählt Jahn. Allerdings tritt der Speisebrei dann meist nicht durch das Maul aus, sondern durch die Nasenlöcher. Christoph Drösser

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