Nahost Beton für FriedenSeite 2/2
Die Autonomiebehörde und die palästinensischen Medien verhielten sich lange Zeit auffallend still. Die offizielle Kampagne gegen den Trennwall begann erst kürzlich, dafür aber umso heftiger. Für die effektvollste Schlagzeile sorgte Arafat mit seiner Erklärung, Israel baue eine „neue Berliner Mauer“. Zuvor hatte sein Premier Mahmud Abbas das Thema im Weißen Haus auf den Tisch gebracht und prompt Erfolg geerntet. George Bush sei besorgt, weil der Zaun die künftigen Grenzen eines Palästinenserstaates vorwegnehmen könnte, erläuterte Colin Powell die Position seines Präsidenten. Der Verlauf der Befestigungsanlage dürfe den Friedensfahrplan nicht behindern. Die Kritik verhallte nicht ungehört. Inzwischen wird in Israel über eine neue Route nachgedacht, die den zweiten Abschnitt der Grenzbefestigung – von Elkana bis Jerusalem – näher als ursprünglich geplant an der Grenze von 1967 verlaufen lässt. Dann könnten Siedlungen wie Ariel und Kedumim nicht mehr auf die israelische Seite geholt werden.
Aber wird das Bauwerk, ganz unabhängig von seinem Verlauf, langfristig wirklich den Terror stoppen können? Vor Raketen jedenfalls schützt es nicht. Um zu verhindern, dass die Palästinenser vom Westjordanland aus Kassam-Geschosse auf israelische Städte abfeuern, müsste die israelische Armee auch auf der anderen Seite stationiert werden. Nimmt man die Fantasien einiger Palästinenser ernst, so könnten in Zukunft Selbstmordattentäter mit Gleitschirmen herüberschweben.
- Datum 07.08.2003 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 07.08.2003 Nr.33
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