Klangbildung Nichts gegen Allüren
»Könner brauchen Gönner!«, meint Irene Schulte-Hillen, 55, Vorsitzende der Deutschen Stiftung Musikleben. Ein Gespräch über Nachwuchspflege und Starrummel
Viele kennen Dieter Bohlens Superstar-Hymnen, wenige eine Bruckner-Sinfonie. Ärgerlich?
Klassik war schon immer etwas Elitäres. Ich bin sicher: Versuche, mit Cross-over und anderen populären Mischungen neue Käuferschichten zu erreichen, greifen auf Dauer nicht.
Immerhin wirken CD-Titel wie »Barock zum Baden« den Klassik-Verkaufseinbrüchen entgegen.
Solange die Auswahl von Kennern getroffen wird und Musik Menschen glücklich macht, stört mich das nicht. Wenn ich in aller Frühe im Büro 600 Spenderbriefe unterschreibe, höre ich auch lieber laut Bach for Breakfast als das neueste Werk von Penderecki, das einen stark fordert.
Die Orchester klagen über Nachwuchsprobleme; viele Musiker wollten bloß Solisten werden.
Nein, für viele ist das Orchester keineswegs die zweite Wahl, zumal sie oft auch als Kammermusiker im Rampenlicht stehen. Wer unzählige Auftritte und Konkurrenzvergleiche hinter sich hat, verfügt in der Regel über eine realistische Selbsteinschätzung.
Schon die jungen Solisten zeigen Starallüren…
- Datum 14.08.2003 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 14.08.2003 Nr.34
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