Keine Zeit für Butterfahrten Der Hüttenwirt

Roman Loer, 68, hält eine Pfälzer Wanderhütte in Schuss

Vor bald 20 Jahren ging ich in den Vorruhestand – wegen schweren Asthmas. Seit zwölf Jahren bin ich Hüttenwirt auf der Hohe-Loog-Hütte hier im Pfälzer Wald. Geöffnet haben wir mittwochs, samstags, sonntags und in den Ferien, aber auch zwischendurch bin ich oft hier oben: Montags zum Beispiel wird sauber gemacht, drinnen und draußen. Was repariert werden muss, ein Stuhlbein oder die Spülmaschine, das repariere ich. Oder ich dekoriere die Außenanlagen – mein erster Beruf war Kunstschmied. Zu tun gibt es immer etwas. Wenn jemand vorbeiwandert, während ich werkele, halten wir ein Schwätzchen, und zu trinken bekommen die Leut natürlich auch. Der Kontakt mit den Gästen ist ohnehin das Schönste an meiner Arbeit. Ich habe Besucher, drüben von Bayern und auch viele Nordlichter, die kommen jedes Jahr wieder, besonders wenn hier die Bäume und Weinberge so schön bunt werden im Herbst. Mit jedem muss ich mich dann mal kurz an den Tisch setzen oder einen Schoppen trinken. Immer schaffe ich das nicht – wir haben schließlich Platz für 500 Besucher.

Um den Einkauf kümmere ich mich auch unter der Woche und versuche, günstige Preise auszuhandeln und dafür beste Qualität zu bekommen. Groß gekocht wird bei uns zwar nicht, aber es gibt Pfälzer Spezialitäten, schöne Bratwürstel, Wurstplatte, Kuchen, Suppen. Alles frisch, nichts aus der Dose. Den Ausschank teilen sich im Wechsel 50 andere Ehrenamtliche – Freunde mittlerweile. Die übernachten hier, und morgens, bevor der Trubel losgeht, frühstücken wir noch ordentlich zusammen.

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Weil wir alle ehrenamtlich arbeiten, ist Essen und Trinken bei uns so schön preiswert – da können es sich dann auch junge Familien noch leisten einzukehren. Es kommen viele aus den großen Städten ringsherum, aus Karlsruhe, Mannheim, Ludwigshafen, und manche verbringen an den Wochenenden den ganzen Tag hier: Erst wandern sie ein bisschen, dann gibt es Mittag, die Kinder toben auf dem Spielplatz, die Eltern trinken Kaffee, essen Kuchen, können sich unterhalten.

Was für ein Glück, sage ich mir immer wieder, dass ich mir diesen Job damals angeschaut habe, denn seitdem geht es mir wieder richtig gut: Ich habe viel Freude, keine Langeweile und wegen der Höhe, der frischen Luft und der vielen Bewegung brauche ich auch kaum noch Medikamente gegen das Asthma. Leider ist es schwierig, Nachwuchs zu finden. Oder jemanden, der mich vertritt, damit ich mal ein paar Tage an die See fahren kann wegen meiner Bronchien. Als ich noch bei Siemens gearbeitet habe, ließ sich der Urlaub leichter organisieren.

 
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