Glosse Treibsand

Andreas von Bülows absurde These zum 11. September

Wir leben in Zeiten der Verschwörungstheorien. Die jüngste liefert Andreas von Bülow, der ehemalige Forschungsminister, in seinem Buch Die CIA und der 11. September. Die American-Airlines-Flugzeuge sind, behauptet er, am 11. September 2001 „mit aller Wahrscheinlichkeit durch Fernsteuerung den Piloten aus der Hand genommen und in die Türme des World Trade Center gesteuert worden“. Diese stürzten nicht aufgrund der Hitze zusammen, sondern als Folge einer „kontrollierten Sprengung“. Das ist denkbar. Denkbar ist auch, dass der Papst eine Frau ist – es hat bloß noch niemand gründlich genug recherchiert.

Bülows Beweisführung ist so faktenreich wie die Märchen der Gebrüder Grimm und so konsistent wie Treibsand. Als Kronzeugen gegen CIA und FBI treten auf: namenlose „Sachverständige“, „Bauexperten“, „Fachleute“, „skeptische Beobachter“. Ihre Ansichten „sprechen dafür“, „legen nahe“, „begründen den Verdacht“, dass alles ganz anders war, als wir glauben. Gestoßen ist Bülow auf seine Quellen im Internet. Ausgerechnet mithilfe der größten Gerüchteküche der Welt glaubt er also, die „Propaganda“ der US-Regierung entlarven zu können. „Viele Einzelheiten sind und bleiben unklar“, stellt Bülow zum Abschluss fest.

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Wie wahr. Zum Beispiel, warum der Piper Verlag so etwas druckt.

 
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